vertraue dem leben

Dem Leben Vertrauen – Lass dich fallen und das Leben wird dich auffangen

Vertraust du dem Leben? In deine Fähigkeiten und in dein eigenes, individuelles Entwicklungstempo? Denn es ist so wichtig, dass wir uns selbst und dem Leben vertrauen. Gerade in einer Gesellschaft, in der uns von allen Seiten eingeredet wird, dass wir dies oder jenes brauchen, um erfolgreich zu sein; dass wir dies oder jenes sein müssen, um akzeptiert zu werden; dies oder jenes haben oder erreicht haben müssen, um anerkannt zu werden.

Allzu oft lassen wir uns von dem, was andere meinen, das gut für uns wäre, in die Irre treiben und fangen an, an unseren eigenen Fähigkeiten zu zweifeln. Das gesamte System scheint uns ein Tempo vorzugeben und wer diesem Tempo nicht folgt, dem droht das Scheitern. Von allen Seiten werden wir mit Angeboten berieselt, die uns das Gefühl geben, sie kaufen zu müssen, um „es zu schaffen“. Und ich meine dabei niemand bestimmten – selbst ich mache ja für meine Freiberuflichkeit Werbung und freue mich ja, wenn ich jemandem dieses Gefühl geben kann – aber es ist mir wichtig, den Menschen dabei auch authentisch sein zu lassen und ihm seine Freiheit zu geben. Menschen sollen aus eigener, selbstbestimmter und freudvoller Entscheidung heraus zu meinem Angebot kommen – und nicht, weil sie denken, dass sie mich bräuchten. Denn das wäre Manipulation und keine Liebe.

Warum ich über dieses Thema heute schreibe?

Weil mir heute wirklich etwas Wichtiges eingeleuchtet ist – nicht, dass ich es nicht vorher schon gehört oder „verstandesmäßig gewusst“ hätte – aber heute scheint es wirklich in mein Bewusstsein hindurch gedrungen zu sein: dass es im Leben nicht darum geht, erfolgreich zu sein und jemand zu werden, der/die wir glauben, in diesem Leben sein zu müssen. Wenn es darum im Leben gehen würde, dann wäre das Leben doch ziemlich oberflächlich, findest du nicht:)?

Nein, ich glaube wirklich, dass es um etwas viel tieferes geht: darum, uns selbst zu erfahren; zu erkennen, dass unser Wert von nichts Äußerem abhängt; unsere Würde und Authentizität keiner Bestätigung und Berechtigung bedürfen, indem wir uns beweisen oder viel leisten; und schlicht darum, zu erkennen, dass das Leben urplötzlich sein Ende nehmen kann. Und wenn es das tun würde, dann würde ich mich nicht fragen, ob ich auch genügend Follower in meinem Leben erreicht habe. Ich würde mich nicht fragen, ob ich auch genügend verdient habe. Auch würde ich mich nicht fragen, ob ich die schönsten Klamotten getragen und es geschafft habe, die Begeisterung und Anerkennung der anderen auf mich zu ziehen. Das einzige, was ich mich fragen würde, wäre, ob ich meiner Familie, denen, die ich liebe, und auch dem Rest der Welt, die Liebe gegeben habe, die ich fähig bin zu geben. Und ob ich jeden Tag in Liebe verbracht habe.

So eine Krise wie Corona ist für mich das beste Beispiel dafür, dass sich alles auf einen Schlag ändern kann. Ich bin froh, dass ich noch im Januar 2020 einen Flug nach Kroatien gebucht habe, um meine Familie zu sehen. Nein wirklich, ich empfinde all das nicht dramatisch, auch wenn es sich gerade so anhören mag. Es ist mir wichtig, ein Bewusstsein für die Vergänglichkeit zu schaffen und dafür, dass es etwas weitaus Wichtigeres im Leben gibt, als Akten zu sortieren, sich ums Geld zu sorgen, um die Kratzer auf seinem Auto oder um die Marke seines Handys. Du weißt, was ich meine. Es erscheint mir gerade wie eine wichtige Aufgabe, darüber einen Blogbeitrag zu schreiben – gerade in dieser Zeit, in der sich so viele Menschen um ihre (finanzielle) Existenz sorgen.

Der oder die ein oder andere, die jetzt gerade vielleicht mit Existenzproblemen zu kämpfen hat, wird diesen Beitrag eventuell mit einem Gefühl des Widerstands lesen und es verurteilen. Ich verstehe das. Aber auch, wenn ich keine 30 Jahre alt bin, weiß ich, was es heißt, vor dem existenziellen Abgrund zu stehen. Ich habe eine Mutter, die mich dies alles gelehrt hat und wegen ihrer lebenslangen Aufopferung für andere seit 20 Jahren Tabletten schluckt und nicht mehr dieselbe ist, die sie einmal vor ihrer Trigeminus Krankheit war. Ich weiß, wie es ist, wenn man zehn Jahre lang morgens um 5 aufsteht, von einer machthaberischen Chefin hin und her diktiert wird und als etwas Minderes behandelt wird; nach Hause kommt und dann von seinem alkoholkranken Partner weiter schikaniert und minderwertig behandelt wird. Ich weiß, das ist hart. Vielleicht zu hart für einen einfachen Blogbeitrag, der auf einer „banalen“ Plattform wie Instagram geteilt wird.

Ich habe solche Erfahrungen immer als etwas zu Heiliges gesehen, als dass ich sie bei Facebook oder Instagram teilen könnte – mit Menschen, die vielleicht ganz andere Interessen haben und sich auch gar nicht mit solchen Themen beschäftigen wollen. Und das ist völlig OK so. Dann ist dieser Beitrag auch nicht an sie gerichtet. Jeder soll das lesen, was mit ihm oder ihr am besten resoniert. Wenn es nicht deine innere Wahrheit ist, dann lass es. Wieso tust du dir das an? Dinge zu lesen, über die du sowieso nur urteilst? Wieso folgst du Menschen auf Instagram oder Facebook, die du in Wirklichkeit nicht magst? Verstehe mich nicht falsch. Ich meine das nicht vorwurfsvoll. Es  ist an der Zeit, auch solche Dinge anzusprechen und ich glaube, dass du jemand bist, der oder die eine ähnliche Meinung hat oder auch ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Sonst würdest du gar nicht soweit lesen. Ich weiß, du weißt, wie ich das meine. Ich weiß, dass du mich verstehst. Und ich bin froh, dass es Menschen wie dich gibt.

Und trotzdem bist du vielleicht auch einer dieser Menschen, die sich immer noch von außen beirren lassen – wie ich! Wir leben nun einmal in einem vom Konsum und wirtschaftlich orientiertem Alltag. Und ich sage nichts dagegen. Es ist gut so. Wirtschaft ist gut. Wachstum ist gut. Früher hatte ich sie verachtet – alles, was materiell orientiert war. Ich konnte es nicht verstehen, wie die Natur zerstört werden kann, Familien ruiniert werden können und Millionen von Tieren getötet werden können, einzig und allein aus dem Grund, „wirtschaftlich zu wachsen“. Das ist doch absurd! Aber mir ist etwas klar geworden: Wenn es all das nicht gäbe, wüsste ich heute nicht, wie man es anders machen kann und ich würde wahrscheinlich dieselben Fehler begehen. Das Yang zeigt uns das Yin. Ohne das „Negative“ gäbe es nicht das Positive. Ohne Leid, hätten wir keinen Anlass, Güte und Barmherzigkeit zu entwickeln. Mitgefühl und Liebe zu empfinden. Wir müssen diese Seite der Medaille kennen, um uns selbst kennen zu lernen – als das Gute, was wir in Wahrheit sind. Wir wussten es einfach nicht anders. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch immer nur sein Bestes gibt. Und wenn er Fehler macht oder andere verletzt, dann wusste er es einfach nicht anders. Menschen sind sich dessen nicht bewusst – sonst würden sie es aber so etwas von 100%-ig anders machen!

Was ich mit all dem sagen will ist: bleibe dir selbst treu! Zweifle nicht an dir – und wenn du es tust, warum vergleichst du dich dann überhaupt weiterhin mit anderen?! Hör doch auf damit, dich selbst zu verletzen! Hör auf damit, Gedanken zu denken, die dich verletzen. Sie sind nicht wahr. Nein, sie sind es nicht. Höre auf, angstvoll durchs Leben zu gehen und dich auf Dinge einzulassen, die du nicht willst, nur um die nächste Miete bezahlen zu können. Na und? Hartz 4 ist etwas für Versager sagst du? Dann solltest du vielleicht an deinen Überzeugungen arbeiten. Bezeichnungen sind nur da, um uns zu täuschen. Sie sind nicht echt. Ihre wahre Bedeutung liegt darin, uns unsere Überzeugungen zu spiegeln, damit wir es letzten Endes leichter haben, zu unserem wahren authentischen Kern hindurch zu dringen. Das Leben kann morgen vorbei sein. Was interessiert mich dann mein Profilbild auf Xing oder mein perfekter Auftritt auf Linkedin? Verstehst du?

 

Erlaube dir, deine Wahrheit zu leben.

Erlaube dir, du selbst zu sein. Denn du bist wichtig. Du bist aus einem ganz bestimmten Grund hier. Und es gibt mehr als das, was unsere Augen sehen, unsere Sinne spüren, unsere Ohren hören, unsere Münder schmecken oder unsere Nasen riechen können. Liegt der Beweis nicht darin, dass wir Liebe empfinden zu Menschen, die es seit langem nicht mehr in unserem Leben gibt? Denn Liebe, Güte, Freude, Freiheit – all das – ist weder mit den Augen zu sehen, noch mit den Fingern ertastbar, noch mit den Ohren zu hören, mit der Zunge erschmeckbar oder mit der Nase riechbar. Was wirklich wichtig ist, ist das, was wir in diesem einen Augenblick fühlen. Und das Gefühl, was wir auch anderen geben. Das ist für mich das einzige, was wahrhaftig existiert – weil alles andere vergänglich ist. Doch Liebe, Freude, Freiheit und all das – das existiert ewig.

Deshalb fange an, dem Leben zu vertrauen und an etwas Größeres zu glauben, als daran, immer nur leisten zu müssen. Fange an, daran zu glauben, dass du es VERDIENST so zu leben, wie du möchtest. (Vorausgesetzt, du schadest niemandem!) Fange an, dein Leben so zu leben, damit du vor deinem Lebensende sagen kannst, du hast so gelebt, wie du leben wolltest. Nutze diese kurze Zeit hier. Und sehe es nicht so dramatisch – denn irgendwann ist es sowieso vorbei. Für uns alle. Trauere nicht jahrelang um die, die du liebst, sondern fange an zu leben. Denn die, die du liebst, wirst du sowieso wieder sehen. Und das meine ich genauso sachlich und ernst wie ein Algebra Sachbuch. Ich möchte hier niemanden in die Melancholie oder in ein Drama mitziehen, nur weil ich ein Glas Wein getrunken habe – ich meine das ganz sachlich und aus absoluter Überzeugung. Hör auf, so sorgenvoll durchs Leben zu gehen. Erfreue dich an den kleinen Dingen, an den Menschen, denen du begegnest, an den vielen kleinen und großen Gelegenheiten, die dir das Leben bietet. Und schätze diese Momente, als wären sie vergänglich. Denn das sind sie.

Ich glaube, es ist an der Zeit, uns dessen (endlich) bewusst zu werden und unsere Lebensweise zu hinterfragen. Unseren Umgang mit anderen Menschen. Unsere Eingrenzungen und Ausgrenzungen anderer…

Worauf wartest du noch? Dass deine Angst vorübergeht und dir irgendjemand die Erlaubnis gibt, dein Leben so zu leben, wie du es willst? Dass deine Kinder groß werden und auf sich selbst achten können? Ich meine – du musst nicht losziehen ans andere Ende der Welt – sondern fange einfach damit an, „NEIN“ zu sagen. Fange damit an, zu dir selbst zu stehen. Fange damit an, deine Meinung zu offenbaren – LAUT UND SELBSTBEWUSST. Fange damit an, allen Menschen Auf Wiedersehen zu sagen, die dir nicht gut tun. Lass dich nicht mehr länger von Schuldgefühlen aufhalten. Tue, was dein Herz begehrt. Frage nicht andere um Erlaubnis – denn sie werden dir immer nur aus ihrer Sicht der Dinge antworten können. Nicht aus deiner Sicht. Kündige deinen Job, wenn du unglücklich bist und scher dich nicht darum, was andere davon halten. Es ist DEIN Leben (Ja, ich habe schon immer gern Leute angezettelt, Dinge zu tun, die ihren Herzenswünschen entsprechen). Kümmere dich nicht darum, was Leute denken, die dich verurteilen, kritisieren oder nicht verstehen. Aber kümmere dich sehr wohl darum, was die über dich denken, die dich lieben.

Aber, was das aller wichtigste ist: Kümmere dich darum, was du über dich selbst denkst. Und fange an, dich und das Leben zu lieben. Denn das Leben liebt dich und es wartet nur sehnlichst darauf, es dir zeigen zu können – wenn du dich nur mit ihm in ein Gespräch einlässt.

Mag sein, dass dieser Blogbeitrag nicht für jeden ist. Aber für einen ist es definitiv: für die Person, die ich vor nicht allzu langer Zeit war. Für die Person, die sehnsüchtig aus dem Fenster sah und das Singen der Elstern hoffnungsvoll als ein Zeichen deutete, dass sich alles zum Besseren wenden wird. Für die Person, die den Schmerz und das Leid ihrer Mutter auf den Schultern trug und sich schuldig fühlte dafür, dass die Mutter nicht schon vorher den Mut hatte, aus dem Herzen heraus zu handeln und in ein entferntes Land zurück in ihre Heimat zu ziehen. Für die Person, die von allen als „Problemkind“ gesehen wurde, dass „kein Bock auf Arbeit hat“ und nicht auf selbstständigem Fuß stehen kann – aber die dafür Bücher über Bücher gelesen und Notizblöcke vollgeschrieben hatte, aus dem einzigen Grund, weil sie an eine bessere Zukunft und an ein bedingungsloses, freudvolles Dasein für sich selbst als auch für andere glaubte.

Wenn dieser Blogbeitrag für niemanden ist, dann ist er doch zumindest für mich. Weil es mir egal ist, wie viele Menschen ihn lesen oder auch nicht. Ich weiß, es werden ihn GENAU die Menschen lesen, die ihn lesen müssen. Weil das Leben so funktioniert. Ich glaube nicht an Zufälle. Aber durchaus an Ursache und Wirkung, an Gravitation und an Resonanz. Aber vor allem glaube ich an eines: an die Liebe, die in allen Menschen vorhanden ist. Und die nur in ihnen zum Vorschein treten kann, wenn sie es zulassen. Zulassen, dass das Leben an ihrer Seite ist – und ihnen genau die Erfahrungen zuteilt, die für sie und ihre Entwicklung am besten sind. Auch, wenn es Schmerz ist. Dieser lehrt uns am besten. 

 

In Liebe,

Marta

 

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