dem leben vertrauen

Dem Leben vertrauen: Warum wir dem Prozess vertrauen sollten (TEIL 2)

Wieder einmal wachte ich heute Morgen mit völlig anderen Vorhaben im Kopf auf, als diesen Artikel hier zu schreiben. Und eigentlich hatte ich die letzten Tage eher vor, über meine geplante Social Media Reduktion und ihre Gründe zu berichten (was ich sicherlich auch noch tun werde). Doch dann kam wieder einmal alles anders: Als ich morgens aufstand, um mir einen Kaffee zu machen und meinen PC schnappte, um in Richtung Garten zu gehen, war es wieder da: das vertraute Gefühl, welches aus dem Nichts und nie ohne die Begleitung einer inspirierenden Idee auftaucht und welches offenbar eine unvorhersehbare Macht besitzt, meinen Körper sofort in Tatendrang zu versetzen, um jener neuen Idee zu folgen.

Wenn jenes besagte Gefühl mein Herz erfüllt, ist es, als ob mir eine unsichtbare leitende Kraft die genauen Schritte meines weiteren Vorgehens auf unbewusster Ebene zuflüstern würde. Ich lasse mich nur noch leiten. Mein Verstand arbeitet nicht mehr aktiv. Es erfordert absolut keine Anstrengung mehr. Meine Finger gleiten ganz von allein über die Tastatur und schreiben Informationen auf, über die ich mir zum Großteil nie wirklich bewusst Gedanken machte. Danach ist es, als ob ich etwas neues dazugelernt hätte. Ich fühle mich auf einer tiefen Ebene befriedigt und befreit. Und auf einer höheren Ebene bewusster. Als wenn ein Thema, das mich jahrelang beschäftigte und plagte, und das mittlerweile nur noch wie eine alte verkrustete Schicht auf meinem Herzen klebte, nun ganz von allein abfallen würde und mein Herz wieder in einer neuen, frischen Empfänglichkeit für das Leben von innen heraus erstrahlen ließe.

So fühlt sich mein Schaffensprozess an.

Und ich muss sagen: ICH LIEBE ES! Ich liebe dieses Gefühl des freien Flusses – wenn eine neue Idee aus dem Unsichtbaren heraus aufsteigt und sie sich durch mich in etwas Sichtbares manifestiert. Ich liebe die Leichtigkeit, mit der diese Produktivität einhergeht. Ich liebe das Ungewisse, in das mich diese Produktivität hineinführt  – und die Gewissheit, dass sie immer in tiefer Zufriedenheit und in neuen Erkenntnissen mündet.

Ich liebe es, wenn ich die Zeit um mich herum völlig vergesse, weil diese in dem, was ich tue, überhaupt keine Rolle mehr spielt. Denn was eine Rolle spielt, ist einzig und allein der gegenwärtige Augenblick, den ich in Freude und Leichtigkeit verbringe – und der deshalb die Zeit besiegt. Ich tue das, was ich tue, selbst, wenn es ein Leben lang dauern wird. Nicht, weil das Schreiben in diesem Moment meine Rechnungen bezahlt, sondern, weil es mir Freude macht. Ich tue es, ohne dafür bezahlt zu werden; ohne auch nur die geringste Erwartung an jemanden „da draußen“ zu haben. Und deshalb bin ich, wenn ich schreibe und meiner Freude folge, unabhängig und frei.

Mein Antrieb ist die Schaffensfreude und die Freiheit und Unabhängigkeit, die ich dabei fühle. Kein Geld, kein Berufstitel und keine äußeren Eitelkeiten können dieses Gefühl ersetzen. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass Freude und Leichtigkeit das Fundament jeder vielversprechenden und sinnerfüllten Arbeit sind (sein sollten!). Und solange nicht auf jenem Fundament gebaut wird – werden uns die äußeren Zuflüsse, wie Geld, unser Leben lang auch nur schwer und zäh zufließen. Denn:

 

Was wir in Leichtigkeit geben, kommt in Leichtigkeit zurück. Was wir aber harten Herzens geben, werden wir nur mit Verdruss empfangen können. 

 

Was wir brauchen, um jene Leichtigkeit in unserem Leben freizusetzen ist unser Vertrauen darauf, dass wir geführt werden und dass uns unser Herz in die richtige Richtung leitet, wenn wir uns diesem nur hingeben. Und dieses Vertrauen steht uns kostenlos und unbegrenzt von innen heraus zur Verfügung. Es ist unser Geburtsrecht. Unser natürlicher Zustand. Unsere natürliche innere Ressource. Nutzen wir sie! Unsere inneren Schätze!

 

dem leben vertrauen_teil 2

 

Auch ich weiß nicht wie es ausgeht…

..und doch vertraue ich darauf, dass es gut ausgehen wird. Wie bei einer Geburt vertraue ich darauf, dass ich, indem ich meiner Freude folge, die richtigen Samen säe – und dass die Ernte kommen wird – sofern ich auch weiterhin meiner Freude folge und ich meine Saat nicht durch Angst und Zweifel vertrocknen lasse.

Wie lautet es so schön: Wie im Großen, so im Kleinen. Wie im Innen, so im Außen. Und so wie das Leben, fühlt sich auch der Schreibprozess eines jeden Blogartikels wie ein benebelter Weg an, den ich beschreite. Ich sehe nie das Endziel. Ich weiß selbst nicht, wie es ausgeht. Ich sehe nur den nächsten Schritt. Die nächste Zeile. Und manchmal mache ich einen kleinen Zwischenstopp – dann, wenn mein leitendes Gefühl durch fremdartige Gedanken, die mit einer subtilen Angst einhergehen, unterbrochen wurde…

Naja, Du weißt schon – jene mahnende Gedanken, die sich mitten in Deinen Frohsinn einmischen und Dich erinnern: „Maaartaaa (man stelle sich die nachhallende Stimme eines Geistes vor^^) – es warten noch „ungeregelte Probleme“ (aka diverse Amtspapiere) auf Deinem Arbeitstisch„, „Du kannst es Dir nicht leisten, es Dir so einfach zu machen – hast Du das wirklich verdient?„, „Dein Konto sagt nämlich etwas anderes aus…“ (die Stimme endet in einem hohen und überheblichen Ton)…

…dann ist es wieder an der Zeit einzuatmen, erneut zu reflektieren, loszulassen, was losgelassen werden möchte, und mich wieder neu auf das Vertrauen zu fokussieren.

Und dann erinnere ich mich wieder!

…an etwas, das noch viel wichtiger und größer ist als die „Problemchen auf meinem Arbeitstisch“, die „Summe auf meinem Konto, die höher sein könnte“ und all die (banalen) Äußerlichkeiten, mit der mich mein innerer kleiner Unterdrücker versucht, mich tagtäglich in Leistungsdruck und Selbstzweifel zu versetzen:

Ich erinnere mich wieder daran, was das Leben wirklich (für mich) bedeutet – an die Vergänglichkeit; daran, dass alles Schöne und Liebe eines Tages nicht mehr sein wird; daran, dass meine Zeit hier begrenzt ist und dass der Sinn dieser begrenzten Zeit sicherlich nicht darin liegt, uns Menschen unter Druck zu setzen, uns leiden zu lassen, und uns dazu zu „zwingen“, JEMAND in diesem Leben zu sein oder zu werden oder etwas (im materiellen Sinne) zu erreichen. 

Das Leben ist ein Geschenk.

Ich weiß nie, wann es vorbei sein wird. Und je mehr ich meinen inneren Unterdrücker, der mir gerade noch etwas von unbezahlten Rechnungen erzählen wollte, durch die Wahrheit verstummen lasse, desto mehr wird mir klar, dass dies die einzige Frage ist, die wirklich zählt:

„Werde ich eines Tages sagen können – Ich habe GELEBT?“

Und damit meine ich: Werde ich sagen können, dass ich den Mut hatte, meinen Träumen zu folgen? Werde ich sagen können, dass ich den Mut hatte zu lieben – selbst diejenigen, die meine Liebe nicht erwiderten? Werde ich sagen können, dass ich allen, die ich liebte, meine Liebe auch ausreichend gezeigt habe? Werde ich sagen können, dass ich alles gesagt habe, was ich jemals sagen wollte? Dass ich gewagt habe, Riskantes zu tun? Dass ich mich entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen für ein Leben nach meinen Vorstellungen entschieden habe? Meinen Weg gegangen bin? Dass ich die Fülle und die Freude, die mir das Leben geboten hat, auch ausreichend gesehen und genutzt habe? Werde ich sagen können, dass ich stets das gewagt habe, was in meiner Vorstellungskraft das Größte war?

Und wenn ich dann in meiner Vorstellung so da liege und mir diese Fragen beantworte – und wenn ich mich frage, was ich HEUTE und JETZT tun kann, damit ich diese Fragen mit einem Ja beantworte, dann wird mir klar, dass es alles andere ist, als der Stimme meines inneren Unterdrückers zu folgen. Dann wird mir klar, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie viel Geld ich auf meinem Konto habe. Und auch nicht davon, welchen Titel ich trage. Und dass nichts mehr über den Wert meines Lebens im Hier und Jetzt bestimmen kann, als das Maß der Freude, mit dem ich es in diesem Augenblick fülle.

Das einzige, was zählt, ist, wie wir uns jetzt, in diesem Augenblick fühlen – und ob wir diesen einzigartigen und vergänglichen Moment unseres Lebens mit Angst oder mit Liebe verbringen. Denn nichts anderes als das entscheidet auch über unsere Zukunft. 

Verschwende nicht Deine Zeit mit Angst und Zweifeln

Ich bin noch nicht zu der Erkenntnis gelangt, dass Angst und Zweifel überhaupt keine Funktion in unserem Leben und dass diese keine Berechtigung für ihre Existenz haben. Denn oft habe ich durchaus die Erfahrung gemacht, dass mich gewisse Ängste und Zweifel sogar in gewissen Dingen angetrieben und motiviert haben. Aber ich spreche hier ganz besonders von der Art Angst und Zweifel, die uns handlungsunfähig machen, uns nicht an uns glauben lassen und uns in Hoffnungslosigkeit und Unmut versetzen.

Was diese Art Ängste und Zweifel betrifft, bin ich der Meinung, dass es vergeudete Zeit ist. Du kannst den Unterschied ganz einfach erkennen, indem Du sie hinterfragst: Hat meine Angst gerade irgendeine Funktion? Vor was will sie mich bewahren? An was will sie mich erinnern? Wozu möchte sie mich einladen? Und bin ICH bereit, sie jetzt loszulassen?

Was alles andere betrifft, möchte ich Dir vom Herzen etwas weitergeben, was ich an mein früheres Ich weitergeben möchte:

Fokussiere Dich auf das, was Du jetzt wertschätzen und wofür Du jetzt dankbar sein kannst. Lasse Dich nicht täuschen vom materiellen Erfolg anderer Menschen – denn Du weißt nie, durch welche inneren Kämpfe und äußeren Hürden diese gehen – und wie frei diese wirklich sind! Und wenn Du mir nicht glaubst, dann schaue sie Dir genauer an. Siehe genau hin. Und dann frage Dich: würde ich mein Leben gegen ihres oder seines tauschen? Würde ich all das, was ich jetzt bin – mit all den wunderbaren und einzigartigen Herausforderungen und all dem tiefen Schmerz, den ich fähig bin zu fühlen und durch den ich wachsen kann – für ein Leben in materiellem Reichtum doch ungeahnten Konflikten aufgeben?

Würdest Du?

Falls Du diese Frage mit „Ja“ beantwortet hast, dann lade ich Dich dazu ein, Dir aufzuschreiben, was Du glaubst, nicht zu haben und was Du gewinnen würdest, wenn Du das Leben eines anderen oder einer anderen hättest. Wer wärst Du dann? Und glaub mir – was wir wollen, ist nicht, was andere haben, sondern was andere dadurch sind.

Doch es ist ein Irrtum zu glauben, dass unser Sein von dem, was man hat, abhängt. Die größte Freiheit, die uns innewohnt, liegt darin, dass wir sein können, wer auch immer wir sein wollen. Deshalb lade ich Dich dazu ein, Dein Vertrauen nicht mehr länger von äußeren Umständen abhängig zu machen und von dem, was Du hast.

Sondern einzig und allein von Deiner bewussten Entscheidung, dem Leben ab jetzt vertrauen zu wollen.

Mache Dich selbst von Deiner Vergangenheit frei – entscheide Dich jetzt für ein Leben in Fülle und Vertrauen.

Bist Du bereit? …Ist Dein Herz offen dafür, Gutes zu empfangen? 

Die Verantwortung dafür liegt in Deiner Hand.

 

Alles Liebe,

Marta

PS: Wenn Du noch mehr zum Thema Vertrauen lesen möchtest, dann empfehle ich Dir auch diesen Artikel: Dem Leben Vertrauen – Lasse Dich fallen und das Leben wird Dich auffangen (TEIL 1)

 

Merke dir diesen Artikel auch auf Pinterest, um ihn später noch einmal in Ruhe zu lesen oder um ihn mit Freund*innen zu teilen. (Tippe dafür kurz auf die Grafik oben bis oben links der Pin it Button zum Merken erscheint)

Teile gerne diesen Beitrag!

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.