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Freiheit im Sein – Wunschvorstellung oder Wirklichkeit?

Warum schreibe ich heute ausgerechnet über das Thema Freiheit? Ganz ehrlich – ich habe mich bisher nie getraut, über solch große Themen wie Freiheit, Liebe oder Gott zu sprechen – oder mich gar an ihre Bedeutung heranzuwagen. „Was will ich, „junges Ding“, schon über diese Themen wissen?!„, schleicht sich immer wieder eine belächelnde Stimme in meinen Kopf. „Du hast ja noch nicht einmal die Welt erkundet oder gar die Erfahrung gemacht, Kinder zu haben, als dass du jetzt einen auf „weise“ machen könntest„, erniedrigt mich eine zweite Stimme, die sich verbündet neben die erste stellt. „Du könntest bei vielen Menschen auf Widerstand stoßen„, meldet sich eine dritte.

Und doch denke ich mir dem entgegen: Und wenn? „Wer sind schon die Anderen“, dass sie das Recht besäßen, ihre Meinung als wertvoller zu erachten als die meine? Wären sie dann nicht genauso wagemutig wie sie es mir vorwerfen? Wären wir dann am Ende nicht genau gleich? – Zwei, die darum streiten, wer Recht hat? Und genau aus diesem Grund, traue ich mich nun doch, meine Welt zu offenbaren: Da jeder Recht hat, in seiner Welt! Und womöglich wird sich nach dieser Aussage auch der erste Widerstand in dir rühren: Wie bitteschön sollte jeder Recht haben? 1 und 1 sind zwei – dann ist ja nicht derjenige im Recht, der behauptet, es seien 3!

Warum JEDER Recht hat.

Da bin ich ganz bei dir. Aber ich meine in diesem Fall auch nicht die Art von Recht-Haben. Ich meine damit vielmehr die Art und Weise, wie wir als Individuen unsere Welt erleben. So viele Menschen leben auf einer einzigen Welt – und doch gibt es so viele Realitäten wie es auch Menschen gibt! Ist das nicht faszinierend:-D?

Wenn man einem Kind sagt, „Übertreibe doch nicht so – so schlimm ist das nicht!“, dann meine ich genau diese Art von Recht-haben-Wollen. Woher nimmt man sich das Recht zu meinen, man würde aus den Augen des Kindes sehen können? Denn offensichtlich tut man es ja nicht – sonst würde man mit Empathie und Verständnis, statt mit „Übertreibe nicht“ reagieren. Für das Kind, das „übertreibt“, ist die emotionale Reaktion, die es in diesem Fall erlebt, EXAKT richtig *Punkt*. Entschuldige an dieser Stelle meine trotzige Art, aber Gefühle lügen nicht. 

Doch genau das ist es, was viele oft mit ihren Mitmenschen tun (ich nehme mich da nicht raus – ich gebe mir aber Mühe): Sie versuchen, ihnen weiszumachen, dass ihre Welt die Richtige ist, und nicht die ihrer Mitmenschen. Wir erleben dies im Großen sowie im Kleinen: bei Kulturunterschieden oder Religionen, wo sich große Menschenmassen gegeneinander aufstellen („beide haben bzw. wollen Recht haben“) – oder zwischen zwei Menschen, wo der eine gerade wütend und sensibel ist und der andere seine Position der Überlegenheit durch ein „Übertreib doch nicht so“ zu unterstreichen versucht.

Eines ist klar: auch mein Verstand wird das Ausmaß der diesen Begriffen wie Freiheit und Liebe innewohnenden Energien niemals fassen können. Und doch habe ich manchmal das Gefühl – und glaube auch – dass ich nicht die einzige bin, die ab und an einen Funken dieser Energien erhaschen darf. Und weil ich glaube, dass dies „Kräfte“ sind (um sie jetzt der Einfachheit halber mal so zu nennen), die uns allen zustehen, und mehr noch – uns allen innewohnen (denn sie werden uns nicht von „außen“ gegeben) finde ich auch, dass jeder Recht hat, über sie zu sprechen – und nicht zuletzt über seine/ihre Erfahrungen zu berichten. Und wer glaubt, dass sie oder er in diesem Fall „übertreibt, oder nicht im Recht ist“, ja, der oder sie hat AUCH Recht. Denn in seiner/ihrer Welt hat er oder sie schließlich auch nicht die selben Erfahrungen gemacht.

Was hat das nun alles mit „Freiheit im Sein – Wunschvorstellung oder Wirklichkeit“ zu tun?

Ich finde, sehr viel. Denn während einer von Freiheit spricht, kann ein anderer ganz andere Vorstellungen von diesem Begriff haben. Während sie für einen Wirklichkeit ist, ist sie für den anderen nur eine Wunschvorstellung, die er oder sie glaubt, niemals verwirklichen zu können. Während der eine über die Freiheit von Dingen spricht,  spricht der andere von der Freiheit im Sein, unabhängig der Dinge. Manche fühlen sich ihr Leben lang unfrei, während andere, die in der gleichen Situation sind, behaupten frei zu sein. Und das liegt schlicht daran, dass wir eben nicht alle in der selben Welt leben, auch wenn es uns uns das Sichtbare vortäuschen mag.

Allein aus diesem Grund, finde ich es interessant, doch über dieses Thema zu sprechen. Und vielleicht wirst du mit dem, worüber ich schreibe, resonieren, und vielleicht auch nicht. Aber in dem Fall wirst du den Artikel auch gar nicht mehr weiterlesen. Was auch völlig OK ist. Denn auch in diesem Fall hast du Recht, da du die Dinge anders siehst und tust, was in diesem Augenblick für deine Entwicklung am besten ist.

Nun gut, dann komme ich mal zum eigentlichen Thema…[14.06.2020: Schreibpause eingelegt]

Freiheit im Sein – Wunschvorstellung oder Wirklichkeit?

[Fortführung am 21.06.] Es ist eine Woche vergangen, seitdem ich an dieser Stelle aufgehört hatte zu schreiben.

Ich hatte mich oben ein wenig in einem anderen Thema – „Recht haben oder nicht Recht haben“ – verfangen. Wahrscheinlich deshalb, weil ich dem Thema „Freiheit“ aus dem Weg gehen wollte. Etwas in mir war vor einer Woche noch nicht bereit zu, darüber zu schreiben. Und heute weiß ich, was in mir noch nicht bereit dazu war. Das mag sich jetzt fast schon so anhören, als wäre ein Jahr seitdem vergangen^^. Doch war es tatsächlich nur eine Woche – eine Woche,  in der aber unglaublich vieles passiert ist. So viel, wie normalerweise bei mir in drei Monaten passiert. Es offenbarten sich größere Veränderungen in all meinen Lebensbereichen. Was all die Wochen gesät wurde, war nun reif für die Ernte:

Mit meinem Freund hatte ich ein längeres Gespräch, in dem alles ausgesprochen werden konnte, das seit längerem von mir unterdrückt wurde, aber was ich nicht in Worte fassen konnte. Ein weiteres Ding war, ich hatte ein Gespräch mit einer Freundin, das unser Vertrauen in einander noch mehr vertieft hat. Zudem hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einem potentiellen Kunden, welches mich noch mehr zu mir selbst geführt hat, indem es mich vor eine größere Entscheidung stellte. Und dann beschloss ich auch noch, nach 15 Jahren endgültig mit dem Rauchen aufzuhören! …Und wahrscheinlich – so denke ich mir – war es „von oben gewollt“, dass ich erst noch diesen einen Schritt machte, bevor ich an dieser Stelle mit dem Schreiben fortfahren konnte…Denn alles andere wäre nicht wahrhaftig von mir gewesen. Es wäre aus dem Ego heraus. Reine Theorie, die ich selbst nicht lebe. Im Folgenden erkläre ich dir wieso…

Frei sein und rauchen?

Ja,  ich habe bis jetzt geraucht. Zwar in den letzten Monaten nicht mehr viel, aber immer öfter mal. Besonders, wenn ich mich mit Freunden zum Essen verabredete. Dann freute ich mich schon insgeheim auf das Glas Wein und die „dazugehörige“ Zigarette. … Doch gestern habe ich mich nach einem Alptraum dazu entschieden, aufzuhören. Der Traum hatte etwas mit meinen Zähnen zu tun (um ihn an dieser Stelle nicht weiter aufzuführen)… Ich fühlte mich jedenfalls sehr schlecht an diesem Morgen. Dieses mulmige Gefühl aus dem Alptraum hatte mich noch bis in den Wachzustand begleitet. Ich musste erst mal zu mir kommen und innerlich sortieren, was zum Traum gehörte und was „Wirklichkeit“ war. Ich tastete mit meiner Zunge die Zähne ab und war froh, dass alle noch dran waren. Und dann kam der Gedanke:

ICH WILL ES NIE WIEDER TUN! *BJAK!*

Am selben Tag (also gestern) schien ich durch Serendipität den ganzen Tag lang an Informationen zu stoßen, die mich dabei unterstützten, meinen Nicht-Raucher-Gedanken und die dazugehörige innere, höhere Schwingung in mir aufrechtzuerhalten. Ich war voller Energie und Tatendrang! Ich war motiviert, die ganze Wohnung zu säubern und im Garten all die verwesten Blätter zu entfernen. Einen ganzen Tag lang schaute ich nicht auf mein Handy – ich hatte einfach nicht das Bedürfnis dazu. Dann fing es kurz an zu regnen – so richtig stark – und ich setzte mich mit meinem Glas Orangensaft vor das Fenster und schaute einfach nur dem Plätschern zu. Ich fühlte mich einfach wunderbar und „bereinigt“. Nie wieder wollte ich dieses tolle, reine Hochgefühl durch den Rauch einer Zigarette zerstören. Das habe ich mir versprochen. Und weil ich weiß, dass es meine Selbstachtung zerstören würde, wenn ich mich an dieses Versprechen nicht halte, schreibe ich nun auch darüber, um mein Versprechen an mich selbst zusätzlich zu untermauern. (Wer nicht raucht oder nie geraucht hat, wird jetzt wohl an vielen Stellen den Kopf geschüttelt haben – doch jemand, der einmal geraucht hat oder raucht, kann das hier verstehen.)

 

Ich begriff endlich: (Nachdem ich noch zusätzlich zum Putzen und Säubern das Hörbuch von Alan Carr „Endlich Nichtraucher“ anhörte)

 

Wie konnte ich so sehr die Freiheit lieben, aber mich gleichzeitig durch das Rauchen selbst versklaven?

 

Denn genau das habe ich getan. Ja, das Rauchen hat in vielen Hinsichten Kontrolle über mein Leben gehabt. Ich lebte in vielerlei Hinsichten dadurch in einem inneren Widerspruch mit mir selbst und dem, was ich wirklich will! Und das schon seit über 15 Jahren! Ich habe früh angefangen. Aus dem Grund, weshalb wohl viele damit anfangen: um dazuzugehören. Und irgendwie wurde es dann zur Gewohnheit. Wer rauchte, war „cool“. Dazwischen hatte ich schon 3 Mal aufgehört. Einmal sogar fast ein ganzes Jahr lang. Aber immer wieder erneut angefangen. Dann, wenn der Stress am größten war. Zum Beispiel, als ich vor meinen letzten Studienprüfungen stand und für mich alles auf dem Spiel stand. Das war 2018. Ich hatte mich für 8 Prüfungen angemeldet und zusätzlich dazu auch noch die Bachelor Arbeit geschrieben. Ich musste und wollte alles  in diesem Semester bestehen, da ich mich endlich nicht mehr „Studentin“ nennen wollte (was auch irgendwie auf eine subtile Weise meinen Selbstwert triggerte).

Ich bildete mir ein, das Rauchen würde mir bei der Konzentration helfen. Eine ganze Weile lang versuchte ich mich selbst zu überzeugen, dass das Rauchen wohl einfach zu meiner Persönlichkeit gehöre. Schließlich hatte ich immer „so tolle“ Erfahrungen als Raucherin gemacht: Während die anderen beispielsweise „gelangweilt“ im Restaurant saßen, hatten doch die Raucher immer so viel Spaß vor der Eingangstür! Dort passierten immer die verrücktesten Dinge! Ich dachte für eine sehr lange Zeit doch tatsächlich, dass es eine Entbehrung dieser tollen Erfahrungen wäre, wenn ich mit dem Rauchen aufhörte. Ich dachte, ich würde dann zur „Langweilerin“ werden. Als Raucher fühlt man sich zugehörig in dem tiefen Schmerz der anderen. Man raucht und äußert damit: „Hey, ich bin nicht besser als du! Schau, ich habe auch Probleme und Schwächen, lass uns Freunde sein!“ Es war unvorstellbar für mich, Spaß zu haben, ohne zu rauchen! Dann konnte ich ja gleich lieber zuhause bleiben! (Auch das verstehen nur die Raucher.)

Verstehst du jetzt, warum das Rauchen für mich so eine riesen große spielt(e), wenn´s ums Thema Freiheit geht? Verstehst du, was ich damit ich meinte, als ich oben sagte, dass alles andere nicht wahrhaftig  gewesen wäre? Wenn ich über Freiheit geschrieben hätte und weiterhin geraucht hätte? Ich meine – ich hätte es natürlich tun können. Aber nicht wirklich aus dem Herzen heraus. Sondern aus der Perspektive von jemandem, für den Freiheit nur eine Wunschvorstellung ist. Ich wollte über Freiheit schreiben, als jemand, der sie selbst lebt. Und das hätte ich nicht getan, wenn ich weiterhin geraucht hätte.

Wer sitzt schon freiwillig in der Kälte draußen, wenn es doch drinnen viel gemütlicher ist? Wer stinkt schon freiwillig nach Rauch oder gefährdet gar seine Gesundheit freiwillig? Wer setzt sich schon freiwillig in einen vollgequalmten Raum am Flughafen, wo man schon gar nicht mehr die darinstehenden Menschen erkennt, wenn man durch die Scheibe sieht? (Gut – da war ich selbst noch nie drin!) Wer stinkt schon freiwillig sein neues schickes Auto mit Zigarettenrauch ein? Wer gibt schon freiwillig tausende von Euros dafür aus, um sich zu vergiften? Raucher tun das. Und ich tat es auch. Aber eines ist gewiss: WIR TUN DAS NICHT FREIWILLIG. Wir reden uns nur ein, dass wir es freiwillig tun. Und ich redete es mir auch ein. Um zum Punkt zu kommen: Ich habe mich damit selbst versklavt. Denn in Wahrheit wünschte ich mir nichts sehnlicher als Freiheit. Doch wie konnte ich diese Freiheit jemals erleben, solange ich rauchte und all diese Dinge tat, die ich doch eigentlich gar nicht wirklich wollte? Wie konnte ich an einem Restaurant-Tisch mit Freunden frei sein, wenn mich doch nonstop eine innere, subtile Unruhe dazu drängte, mir die nächste Zigarette anzuzünden?

Wenn wir wahrhaft glücklich und frei sein wollen, müssen wir uns selbst die Wahrheit eingestehen können, selbst, wenn diese noch so schmerzhaft ist. Denn es sind immer wir selbst, die wir uns den eigenen Käfig erschaffen, ohne es zu merken. Und ja – manchmal ist es VERDAMMT schwierig, das zu erkennen und sich selbst wieder die Tür zu öffnen. Ja, es ist VERDAMMT und SCHWIERIG zugleich. Aber wer es trotzdem schafft und hier sein Bestes gibt, der ist auf einem guten Weg ins selbst erschaffene Glück! Denn die Wahrheit macht frei. Und dann wird Freiheit auch zu Wirklichkeit. 

 

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Mögest du bedingungslos glücklich und frei sein!

In Liebe,

Marta

 

Quelle Beitragsbild:

Canva Pro

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