In 5 Schritten zur Berufung: Formuliere dein höchstes Ziel
Komme in Deine Berufung!

In 5 Schritten zur Berufung: Formuliere dein höchstes Ziel.

Endlich sind wir in der 5. Woche angekommen und damit auch im letzten Schritt meiner Beitragsserie „In 5 Schritten zur Berufung“.

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Findest du nicht auch? Vor 5 Wochen dachte ich mir noch „Au weier, hoffentlich habe ich mir da nicht zu viel vorgenommen und kann am Ende mein Versprechen nicht halten^^“… Denn diese Beitragsserie war auch für mich eine Herausforderung.

Die eine war, mich an mein eigenes Vorhaben zu halten: Nämlich 1 x die Woche einen neuen Beitrag zu posten. Die andere war, mir die jeweiligen Themen aus den Fingern zu saugen. Denn ich habe für diese Beitragsserie keinerlei wisschenschaftliche oder sonstige Quellen genutzt, an die ich mich halten hätte können. Ich wollte an meinem eigenen Erfahrungsschatz anzapfen und ich wollte, dass diese Serie persönlich bleibt…und: authentisch. Und ich bin echt froh, das jetzt durchgezogen zu haben und hoffe wirklich sehr, damit auch dir ein wenig auf die Sprünge geholfen zu haben, was Deine Berufung angeht.

Für mich ist das Thema Berufung eines, das mich fast ein ganzes Leben begleitet hat. Deshalb ist es für mich wirklich eine große Sache, jetzt mein gesammeltes Wissen an andere weitergeben zu können. Vor einem Jahr stand ich noch ganz wo anders: Ich wollte mein Studium abbrechen und stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Niemand schien mich wirklich zu verstehen und ich redete mir ein, dass es wahr ist, was die anderen sagen. Kurz: Ich müsse mich eben dem, was ist, „unterwerfen“. Meinem Herzen zu folgen? Wie NAIV!

Ein Blick in die Vergangenheit…

Ich habe jahrelang meine Mutter beobachtet, die sich für andere Menschen geopfert hat – nur nicht für ihr eigenes Wohlbefinden. Sie war (und ist es heute zu ihrem Glück nicht mehr, da sie sich nun endlich erlaubt, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu leben) Altenpflegerin. Sie lebte jahrelang nach den Vorstellungen der anderen. Stand um 5 Uhr morgens auf, ging in die Arbeit, kam mittags mit einem quälenden Gesichtsausdruck nach Hause, um kurz einen Kaffee zu trinken, und nachmittags erwartete sie dann die nächste Schicht.

Ich empfand meine Mutter immer als jemanden, zu dem man sehr schwer „hindurch dringen“ kann. Egal, wie oft ich versuchte, ihr zu helfen – sei es auch nur mit dem Angebot, gemeinsam einen Kaffee zu trinken, um mal die entspannten Seiten des Lebens zu erfahren – sie war dafür überhaupt nicht empfänglich. Denn immer musste das Geld gespart werden und sie selbst war auch immer viel zu müde für sowas.

Es wundert mich überhaupt nicht, dass sie an ihrer Lebensweise durch eine Nervenkrankheit namens Trigeminus Neuralgie erkrankt ist. In meinen Augen war dies der letzte Versuch des Körpers, sie an das zu erinnern, was sie wirklich ist. Doch in diesem Alter ist es noch einmal um einiges schwieriger, sich mit seiner eigenen Vergangenheit und seinen Ängsten und Überzeugungen auseinanderzusetzen.

Heute geht es ihr zum Glück endlich wieder gut. Sie zog nach Kroatien zu ihrer großen Liebe, die über ein Jahrzehnt dort auf sie gewartet hat. (Ja, es ist tatsächlich wie in einem Liebesroman:-)). Und sie stellte sich ihrer größten Angst – sich operieren zu lassen. Nun haben die Schmerzen nicht mehr Sie im Griff, sondern Sie ihre Schmerzen.

Und ich bin sehr froh, die Erfahrung gemacht haben zu dürfen, meine Mutter nach so vielen Jahren endlich wieder entspannt und glücklich zu erleben. Das hat auch in mir wieder ganz neue Energien freigesetzt und meinen bisher eingerosteten Blick auf ihr Leben (der mir nicht gut tat) völlig verändert. Jetzt hat alles seinen Platz gefunden und ein neues Gefühl von „wir haben es verdient, glücklich und erfüllt zu sein“ begann durch unser beider Leben zu strömen.

Doch davor – vor nur 3 Jahren –  fühlte ich mich wie ein Fisch, der vom Meer aufs Land gespuckt wurde und verzweifelt um sich schlägt: Ein Fisch, der eigentlich weiß, wo er hingehört – und der weiß, dass es einen Ort gibt, an dem er vollkommen in seinem Element ist – und es aber nicht versteht, wie die Welt so ungerecht sein kann, ihn einfach aus diesem Ort zu entreißen. Ich wusste, dass es auch für mich diesen Ort gab. Einen Ort, an dem ich mich vollkommen integer und mit meinem wahren Kern verbunden fühle. Und diesen Ort gibt es nicht nur für mich, sondern auch für dich. Für jeden von uns.

Und dieser Ort ist aber nicht außerhalb von uns selbst zu finden – etwa in dem „perfekten“ Unternehmen, der „perfekten“ Beziehung oder dem „perfekten“ Wohnort. Nein – dieser Ort ist nur in uns selbst zu finden. Und erst, wenn wir ihn in uns selbst gefunden haben, finden wir ihn auch im Äußeren. Denn in einem Universum, in dem das Gesetz der Resonanz wirkt, ist es einfach nicht möglich, in einem Umfeld zu leben, das du nicht wünscht, während du innerlich in Harmonie und Einklang mit dir selbst bist. Deine Umgebung ändert sich automatisch mit deinem Inneren.

Und ist es nicht eine große Erleichterung? Zu wissen, dass alles in dir steckt, was du brauchst, um deine Berufung zu leben und erfüllt zu sein? 

Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir dies vor einigen Jahren gesagt hätte. Ich musste das erst selbst herausfinden, indem ich ein ganzes Jahrzehnt „da draußen“ nach Erfüllung suchte. Die Leute bezeichneten mich als sprunghaft, unentschlossen und sahen mich wohl als „problematisch“. Hehe. Jetzt muss ich darüber schmunzeln. Denn viele Leute konfrontieren sich lieber mit den Problemen der anderen, weil es leichter ist, als sich mit sich selbst zu konfrontieren.

Ich jedenfalls verlor in all meiner „äußerlich erscheinenden“ Sprunghaftigkeit niemals mein persönliches „Warum“, das wie der rote Faden für mich war (und worüber du im 4. Schritt mehr erfahren kannst). Und mein „Warum“ war: Um frei zu sein. Innerlich sowie äußerlich. Innerlich in erster Linie. Denn äußerlich könnte ich es niemals werden, sofern ich es nicht auch innerlich war. Deshalb war mir die innere Arbeit stets wichtiger als mich in Jobs oder sonst irgendwo zu beweisen. Ich wusste, ich tat meine Arbeit bereits. Im Inneren – wo sie zwar niemand sieht – aber genau das war auch eine Lektion für mich: Zu lernen, mich niemandem beweisen zu müssen.

Wir alle müssen uns niemandem beweisen. Auch du nicht. Die einzige Person, der du dich beweisen kannst, wenn es dich befriedigt, bist du selbst.

Warum erzähle ich dir das alles?

Weil viele glauben, dass Selbstverwirklichung ein Privileg wäre, der nur einer ausgewählten Anzahl an Menschen in den Schoß gelegt wurde. Zum anderen tragen auch viele die Überzeugung, dass „Berufung“ etwas wäre, das man einmal erreicht und dann nie wieder „verlieren“ kann.

Eine weitere falsche Überzeugung über die Berufung ist, dass diese in äußeren Umständen zu finden wäre. Und ich glaube, dass das die Hauptursache ist, weshalb viele glauben, sie niemals leben zu können. Denn schließlich fehlen ihnen die Mittel dazu, das Geld, der passende Wohnort, der passende Jobs, Zeit, die richtigen Kontakte – was auch immer es ist – sie machen ihre Berufung von äußeren Umständen abhängig. Was ja nichts Verwerfliches ist – ich habe das auch jahrelang getan. Ich trug alle drei Überzeugungen tief in mir.

Und eine weitere Überzeugung schien alle drei noch zusätzlich zu bestärken: „Ich bin es nicht wert, glücklich zu sein.“ Denn mein ganzes Leben widerfuhren mir immer wieder irgendwelche Erlebnisse, die mich in dieser Überzeugung bestärkten. Darin eingeschlossen der Leidensweg meiner Mutter – den ich als persönliche Strafe für mich selbst sah.

Ich erzähle dir all das, um dir klarzumachen, dass ich nicht anders bin wie du. Mir wurde auch nichts in den Schoss gelegt in Form von Geld oder „Fußstapfen“ der Eltern. Ich habe mich wortwörtlich durch meine dunkelsten Erfahrungen bis hin zu meiner Leidenschaft durchgekämpft. Und NUR durch diese Erfahrungen konnte ich herausfinden, was diese ist.

Je mehr Jobs ich ausführte, die mir keinen Spaß machten, desto klarer wurde mir jedes Mal, wie eigentlich mein Traumjob auszusehen hat. Je mehr unglückliche Beziehungen ich erfahren habe, desto mehr wurde mir klar, wie eine glückliche Beziehung für mich auszusehen hat. DESHALB gibt es an sich keine negativen Erfahrungen. Jede Erfahrung führt uns näher zu dem, was wir wirklich sind. Und deshalb ist Bewusstheit und Achtsamkeit so wichtig auf diesem Weg.

Denn nur durch Bewusstheit können wir die Lektionen hinter unseren Erfahrungen erkennen und sie für uns als Ressource nutzen, die uns wiederum sehr viel über unsere Ziele verraten können. Und ich bin sicher, dass du jemand bist, der oder die das hier wirklich mit dem Herzen versteht und weiß, wovon ich hier rede. Sonst würdest du das hier gar nicht lesen. Aber etwas in dir scheint gerade wach geworden zu sein und aufmerksam zu zu hören, weil ES weiß und spürt, dass dieser Text, an ES gerichtet ist. Dieses ES ist dein Herz, deine Seele, das sich so sehr danach sehnt, sich frei zu entfalten und den Weg zu gehen, für den es bestimmt ist.

Deine Bestimmung ist das, was DU wirklich willst

Ja, du hast richtig verstanden. Deine Bestimmung ist nicht etwas, das von außen, von einer höheren Kraft, „vorgegeben“ wurde. Vielmehr ist sie genau DAS, was du wirklich im Leben willst. Wenn du also nach deiner Bestimmung bzw. Berufung suchst, dann suche vielmehr nach dem, was du WIRKLICH willst.

Dafür habe ich dir in den letzten 4 Schritten eine kleine Stütze gegeben, indem du herausfindest, welches Potential hinter deiner größten Angst steckt, was deine 3 wichtigsten Werte sind, was deine Stärken sind und was dein persönliches Warum ist. All das nur, um deinem Inneren näher zu kommen. Und vielleicht hat dir das tatsächlich geholfen, um herauszufinden, was dein höchstes Ziel ist – das, was du WIRKLICH willst.

Deshalb gebe ich dir in diesem Beitrag dieses Mal keine Schritte oder einzelne Fragen an die Hand. In diesem Beitrag möchte ich dich vielmehr durch die obigen Impulse dazu einladen, dir noch einmal über das, was dich antreibt und was du willst, Gedanken zu machen.

Formuliere dein höchstes Ziel – DEINE BERUFUNG

Dein höchstes Ziel muss nicht in 10 Sätzen formuliert werden. Ein Satz kann bereits ausreichen. Was du dazu brauchst, sind deine Werte, deine Stärken sowie dein persönliches Warum“.

Meine Berufung ist es, andere Menschen dabei zu unterstützen, ihre innere Wahrheit zu leben.

Das kann ich am besten durch (meine Stärken) Bloggen und allgemein durch das Schreiben. Weil mir das Schreiben einfach so viel mehr Zeit und Raum lässt, um die Dinge, die ich mit der Welt teilen möchte, zu sagen und zu formulieren. Meine Berufung hat außerdem mit meinen drei Werten zu tun: Freiheit, Wahrheit und Liebe.

Mein persönliches „Warum“ ist dabei, frei zu sein und auch anderen zu ihrer inneren und äußeren Freiheit zu verhelfen. Freiheit ist für mich gleichbedeutend mit Wahrheit und Liebe. Wer wahrhaftig lebt, ist frei und in Liebe. Wer sich frei fühlt, hat das seiner Wahrhaftigkeit und Fähigkeit zu lieben zu verdanken. Wer sich selbst liebt, liebt auch andere und ist frei und wahrhaftig. Niemand, der sich selbst liebt, lebt in Lüge und tut Dinge, die er oder sie nicht will. Wer sich selbst liebt, sagt „Nein“ zu den Menschen oder Dingen, die er oder sie nicht will. Und dieses „Nein“ ist wahrhaftig und macht frei. Klingt vielleicht etwas verwirrend, aber ergibt Sinn, oder?

Eine weitere Art, anderen dabei zu verhelfen, ihre Wahrheit zu leben, ist, indem ich mir selbst dabei helfe (mein Wert: Liebe). Denn wir können anderen nur helfen, indem wir uns selbst helfen. Ich helfe mir selbst, „Nein“ zu sagen. Wenn ich das Selbstbewusstsein dazu nicht habe, dann kaufe ich mir ein Buch, um das zu lernen. Ich helfe mir selbst, mich mit meinem inneren Kind zu versöhnen und anderen sowie mir selbst zu vergeben, indem ich ein Journal führe und meine Gedanken reflektiere.

Ich helfe mir selbst, glücklich zu sein, indem ich meditiere oder meine Gedanken mit positiven, heiteren und glückseligen Dingen füttere. Das ist für mich Selbstliebe. Und mich selbst zu lieben ist in meinen Augen einer der größten Gefallen, den ich anderen tun kann: Ich sage „Nein“ zu den Menschen, die ich liebe, damit sie sich erlauben, auch zu mir „Nein“ zu sagen. Schließlich möchte ich nicht, dass Menschen mir etwas vorspielen, nur um mich nicht zu verletzen. Ich halte das schon aus. Ich möchte lieber, dass Menschen ehrlich zu mir sind, damit ich daran wachsen kann. Und möchtest du das nicht auch?

Und wieder erzähle ich dir von mir. Warum? Weil wir uns durch die Geschichten der anderen selbst am besten wiedererkennen können.

Darin sehe ich mein höchstes Ziel. Die Erfahrungen, die ich machte, nicht für mich zu behalten, sondern sie mit anderen zu teilen und sie so in etwas Größeres zu transformieren. In eine liebevolle Erkenntnis, die anderen dabei hilft, ihre eigenen Erfahrungen aus einer neuen, liebevollen Perspektive zu betrachten.

 

Was ist Dein höchstes Ziel? Kannst du es jetzt ausformulieren? Versuche es einmal, indem du einen Satz aus deinen Stärken, deinen Werten und deinem persönlichen „Warum“ formulierst. Und wenn du das einmal getan hast, dann höre nie wieder auf, diesem Ziel zu folgen. Glaube an dich und habe es stets vor Augen.

Hast du einmal dieses Ziel gefunden und es für dich formuliert, hast du auch gleichzeitig deine Basis erschaffen und deinen Weg für dich gefunden. Der Glaube an dich und Hingabe sind dann alles, was du noch brauchst, um diesen Weg zu gehen. Und meinen Glauben an Dich hast du bereits..

In Liebe,

Marta

 

PS: Hat dir diese Beitragsserie gefallen? Hast du vielleicht Fragen dazu oder Anregungen? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar oder eine PN unter marta@voninnenheraus.de. Ich freue mich auf Dich!

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