Was Corona mit mir innerlich gemacht hat: Zeit für mehr innere Wahrheit

Mir geht so vieles durch den Kopf in letzter Zeit. Die Vergangenheit, die Gegenwart; die Zukunft. Vergangenes wird neu beleuchtet, Gegenwärtiges wird neu überdacht, Zukünftiges neu ausgemalt…Bis vor einigen Tagen war ich nicht einmal bereit, den Begriff Corona überhaupt auszusprechen, da er für mich mit sehr viel Angst und negativer Energie geladen war. Ich wollte dieser Energie, indem ich sie laut ausspreche, nicht noch mehr Gewichtung beimessen und sie in meiner Realität noch präsenter machen, als sie es eh schon war.

Doch jetzt habe ich das Gefühl, als hätte sich diese Energie in mir neutralisiert. Ich empfinde keine Angst mehr, wenn ich diesen Begriff ausspreche. Vielmehr eine neutrale Energie von Akzeptanz: ein „Es-ist-wie-es-ist-Gefühl“. Die Zeit der Aufruhr scheint am Gipfel angekommen zu sein, um sich nun in der Erholung niederzulassen. Zeit, zu entspannen, nach innen zu kehren, zurückzublicken, nach vorne zu blicken, zu akzeptieren, neu auszurichten. Ruhen lassen und neue Energien mobilisieren…das ist, was in mir zur Zeit vor sich geht.

Und auch, wenn ich gerade merke, dass ein Teil von mir versucht, vorsichtig bei diesem Thema zu sein, um nicht den Anschein zu erwecken, als würde ich nur das Gute in dieser Krise sehen und das Schlechte ignorieren – soll es in diesem Beitrag doch genau darum gehen: zu unserer inneren Wahrheit zu stehen, und sie zu leben – ohne uns aus Angst, was andere denken, für sie zu rechtfertigen oder uns wegen ihr umzubiegen.

Die Krise kann uns lehren, mehr zu unserer Wahrheit zu stehen

Denn meine innere Wahrheit ist – mir geht es sehr gut im Augenblick. Ich bin froh, dass es meiner Familie gut geht, die in Kroatien das Erdbeben (zusätzlich zu Corona) überstanden hat. Ich bin dankbar dafür, dass ich heute mit meiner Oma aus Kroatien telefonieren durfte und hören konnte, dass sie soeben Besuch von meiner Mutter hatte und sie gemeinsam zu Ostern gegessen haben. Ich bin dankbar dafür, dass mir mein großer Bruder gestern eine SMS geschickt hat, in der er sagte, dass jetzt die Zeit sei, in der man merken könne, wer wirklich zu einem stehe – und ich einer von diesen Menschen sei.

Ich bin dankbar dafür, dass sich in der ganzen Welt ein kollektives Gefühl von „Wir schaffen das!“ auszubreiten scheint und den Menschen (oder zumindest einem Teil) bewusst wird, dass wir in den Augen Gottes, der Natur, des Universums (wie auch immer Du diese Kraft der Einheit definierst) alle gleich – und nicht voneinander getrennt, sondern miteinander verbunden sind. Ich bin dankbar dafür, dass sich die Natur erholen darf und die Zeitungen endlich davon berichten, dass sich die Meere gesäubert und die Himmel über vielen großen Städten und Ländern geklärt haben.

Die Natur weiß sich selbst zu helfen. Sie weiß, ihr inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Und sie sorgt dafür, ihres aufrechtzuerhalten – wenn auch mit drastischen Maßnahmen. Davon bin ich überzeugt. Doch ignoriere ich dabei weder das Leid, noch die Trauer, die sehr viele Menschen nicht nur aufgrund ihrer Verluste teilen. Mir ist bewusst, dass jede Medaille zwei Seiten hat und dass die eine ohne die andere gar nicht existieren könnte. Und doch entscheide ich mich ganz bewusst auf die eine Seite zu schauen, die mir Hoffnung, Klarheit und Freude gibt, und ihr, der „positiven“ Seite, meine Aufmerksamkeit mehr zu schenken, als den Dingen, die mich runterziehen, grübeln und trauern lassen.

Denn nur durch unsere Aufmerksamkeit können Dinge gedeihen, wachsen und sich entfalten. Mein Wunsch ist es, dass sich gerade in dieser Zeit mehr Freude und Frieden entfaltet, für jeden Einzelnen – denn das ist, was die Welt in meinen Augen gerade mehr braucht, als zusätzliches Leid und Trauer.

Trauer ist gut und kein Leid dieser Welt existiert – genauso wie die Nacht – ohne Berechtigung. Doch bei Nacht sehen wir nicht so gut wie bei Tag. Unsere Gedanken sind trüber, als bei Sonnenschein, und Wachstum kann bei Klarheit schneller voranschreiten. Deshalb möchte ich nicht länger in der Nacht verweilen, sondern möchte nach vorne blicken, in Freude, Dankbarkeit und Vertrauen, dass sich alle Dinge zu unserem Besten entwickeln und ergeben werden – auch, wenn wir das nicht immer so sehen.

 

 

Endlich Zeit zur Innenkehr

Ich bin fast 29 und bin endlich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich ausruhen und mir in Ruhe anschauen kann, woher ich überhaupt komme und Dankbarkeit empfinden kann für das, was ich für mich erreicht habe. Bis jetzt bin ich immer nur auf der Flucht gewesen. Eine Krise nach der anderen; Dramen über Dramen; Trauer, Zweifel und Not erlaubten mir nicht „anzuhalten“ – und dafür hatte ich auch gar keine Zeit, denn sonst hätte mich doch die Zeit überholen können!

Doch jetzt scheint selbst die Zeit stehengeblieben zu sein – und gönnt allen die Gelegenheit, sich auszuruhen. Und wer möchte, kann das nun tun – und eins werden, mit ihr, der Zeit…und dabei merken, dass es sie, die Zeit, im Grunde genommen nie gab. Sondern immer nur uns selbst und das Jetzt, in einer Einheit.

Wir können uns jetzt entscheiden, uns nicht mehr länger zum Opfer der Zeit zu machen und uns von ihr getrennt zu sehen – sie als unser Oberhaupt und wir als Untergebene – denn das sind wir nicht. Zukunft und Vergangenheit – und das ist für mich als auch für dich nichts Neues – existierten immer nur in unserem Kopf. Stattdessen können wir das Jetzt ganz bewusst für uns nutzen, es gestalten und sogar neu erschaffen. Indem wir uns klar machen, was uns WIRKLICH wichtig ist und neue Prioritäten setzen, während wir andere Dinge aus unserem Leben eliminieren oder zumindest auf das Nötigste reduzieren.

Zeit, die innere Wahrheit mehr zu leben

All die Konventionen und gesellschaftlichen Erwartungen, Normen und Verhaltensregeln, die besagen und voraussetzen, wie man als Frau, als Mensch, als Absolventin, als „Neue“, als welche Rolle auch immer, vorgehen sollte, um in der Gesellschaft anerkannt und zugehörig zu sein – noch nie schienen sie für mich unwichtiger als jetzt.

Ich gehe meinen eigenen Weg und ich erlaube mir, meine innere Wahrheit zu leben und zu entfalten. Ohne Angst davor, was in 5, 10, 20, oder 30 Jahren sein wird. Denn wer garantiert mir, dass ich diese noch erleben werde?

Das kann nicht einmal ich selbst. Dies ist mir jetzt klarer als je zuvor. Es gibt etwas, das größer ist als ich – als wir alle – und das ist die Natur, das Leben, zu dem der Tod nun einmal dazugehört. Und wenn ich es schon nicht kontrollieren kann, dann möchte ich mich wenigstens voll und ganz hingeben. Ich möchte nicht mehr länger in der Illusion leben, dass ich irgendetwas da draußen kontrollieren könnte – die Meinungen und Gefühle der Anderen.

Mein Leben lang habe ich mich danach gerichtet, die Meinungen und Gefühle der Anderen zu beeinflussen, zu steuern und zu kontrollieren:

Ich habe versucht, die Erwartungen der anderen zu erfüllen, um sie zu beeindrucken und es ihnen recht zu machen; ich habe mich selbst verleugnet, um andere nicht zu verärgern, zu verunsichern oder sie von mir zu vertreiben; ich habe mich versteckt, um von anderen nicht angegriffen, kritisiert oder gedemütigt zu werden… ich habe mich angepasst. Um irgendwie gemocht und akzeptiert zu werden – um zugehörig zu sein. Und wo hat es mich hingeführt? In eine Identitätskrise; in Frust, Zweifel, Unsicherheit bis hin zur Depression.

Erst, als ich begann, meine eigene Wahrheit zu leben – meinen eigenen Gefühlen zu trauen und nach ihnen zu handeln – fand das Glück auch in meinem Leben nachhaltig Einkehr. Es fühlte sich gut an, meine Gefühle auszusprechen und zu tun, wonach mein Herz verlangte, ohne Rücksicht auf Verluste. Es fühlte sich richtig an. Richtiger als alles andere bisher.

Ich habe keine Angst mehr zu scheitern – denn wer soll schon darüber urteilen? Die Anderen vielleicht;-)? Meine Wahrheit ist: wir können gar nicht scheitern, denn wir haben immer auch die Möglichkeit, uns neu aufzurichten, aus Begangenem zu lernen und das Erlernte neu einzusetzen.

Und dies soll nun auch eine Einladung für Dich sein: Mache dir klar, wofür Du dankbar bist in deinem Leben. Erlaube dir, dich jetzt ein wenig zurückzulehnen. Du musst niemanden überholen, niemandem etwas beweisen, für niemanden jemand sein, der du nicht bist. Mache dir klar, was dir wirklich Freude bereitet, was dich antreibt, wonach sich dein Herz schon so lange sehnt. Und erlaube dir, es zu entfalten.

 

Liegt dir zu dazu etwas auf dem Herzen? Hast du Fragen oder ein Anliegen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar oder schreibe mir persönlich unter marta@voninnenheraus.de. Gerne können wir uns zu diesem Thema austauschen. Und wenn du magst, dann trete auch meiner Facebook Gruppe bei!

Alles Liebe,

Marta

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Bild von Susanne Jutzeler, suju-foto auf Pixabay
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