Weihnachten in Quarantäne und was ich daraus lernen durfte

Meine Konzentrationsfähigkeit ist endlich wieder da! Naja ok, vielleicht noch nicht ganz zu 100% – was ich daran merke, dass das, was ich schreiben will, noch nicht so ganz locker flockig aus mir herausfließt wie sonst – aber zumindest ist sie wieder zu einem großen Teil zurück und ich fühle mich wieder einigermaßen klar im Kopf, um diesen Artikel zu schreiben.

Was passiert ist, fragst Du Dich?

Nein, ich bin nicht auf den Kopf gefallen:-P haha (hoffe ich doch zumindest;-))…ich hatte mich mit dem Corona Virus infiziert und wurde positiv getestet. Ich hatte mich testen lassen, weil ich mit meinem Bruder eigentlich nach Kroatien zu meiner Familie fahren wollte, um dort Weihnachten zu verbringen. Meine Mutter und meine Oma (die wie meine 2. Mutter ist) habe ich schon seit über 6 Monaten nicht gesehen. Die Freude war also von beiden Seiten ziemlich groß, uns alle an Weihnachten wieder zu sehen.

Und das wollten wir uns auch nicht vom „dämlichen Virus“ vermiesen lassen!….Nur lag das offenbar nicht in unseren Händen. Und vor allem nicht in meinen Händen: Denn am Tag unserer Abreise bekam ich mein Ergebnis – und es war positiv. So durfte ich Weihnachten doch zuhause bleiben und in Quarantäne verbringen…

Mein Weihnachten in Quarantäne

Ich sah mich schon so lange in meinem Weihnachtspulli vor einem Ofen mit meiner Mutter stehen und mit Glühwein anstoßen:-)… Eines von vielen Bildern, die in meinem Kopf entstanden, als feststand, dass wir Weihnachten 2020 gemeinsam verbringen würden. Ich war also fleißig am Visualisieren und dachte, meiner Manifestation könne wirklich nichts mehr im Wege stehen^^. Umso enttäuschender war dann die Tatsache, als für mich diese wunderschöne Vision mit einem Mal wie ein Turm in sich zusammenbrach.

Und mit diesem Zusammenbruch von etwas, an das ich geglaubt habe, kam dann die Sache erst so richtig ins Rollen. Ich weiß, ich war nicht die Einzige, die dieses Jahr diese Art von Ent-Täuschung erfahren durfte. Aber ich möchte Dir in diesem Artikel meine ganz persönliche innere Erfahrung der letzten Tage näherbringen und Dir aufzeigen, was ich daraus lernen durfte…Es ist also eine Geschichte mit einem Happy-End.

Warum Happy-End?

Für mich hat jede Geschichte ein Happy-End, die mit einer tieferen Erkenntnis endet…oder auch neu beginnt? Wie auch immer, ob Anfang oder Ende, auf jeden Fall ist die tiefere Erkenntnis für mich ein Happy-End (Findest Du nicht auch?) Und ist das nicht etwas Wundervolles? Denn jede Geschichte birgt die Möglichkeit für eine tiefere Erkenntnis in sich…egal wie schlimm sie zunächst einmal erscheinen mag.

 

 

Aber kommen wir nun zu meiner Weihnachtsgeschichte…

Oder besser gesagt: zu meiner Trigger-Bescherung…Denn was für mich folgte, nachdem ich meine Koffer wieder schön auspacken durfte, war ein emotionales Langzeit-Gewitter wie ich es im ganzen Jahr 2020 noch nicht erlebt hatte. Und ich glaube auch in den Jahren davor nicht.

Zumindest würde ich behaupten, dass meine letzten drei Jahre größtenteils friedlich verlaufen sind und ich keine „schwerwiegenden Up´s und Down´s“ mehr hatte, wie ich sie noch im Jahr 2016/2017 erleben durfte, als mein Leben noch völlig auf dem Kopf stand – ich nicht wusste, wer ich war, wo ich hingehörte, warum ich hier bin und all das. Eine Midlife-Crisis mit 26 eben^^.

Doch jetzt fühlte ich mich von allen Seiten getriggert. Alte Denkgewohnheiten suchten mich wieder heim, wie zum Beispiel die gute alte „Warum nur ich?“ – Opferfrage. Oder auch die altbekannte Sinnsuchfrage „Was zum Teufel mach ich hier überhaupt?“. Und dann kam auch noch die in mir wohl tiefsitzende Frage aus meiner alten Identitätskrisen-Zeit: „Bin das überhaupt ICH?“ Daraus entstand übrigens auch dieser Post.

Was ich damit sagen will ist: All diese Fragen kannte ich schon so gut wie meine rechte Jackentasche aus meiner früheren Zeit. Sie waren keinesfalls neu. Und auch die damit verbundenen Emotionen waren es nicht. Gefühle von Minderwertigkeit, Selbstzweifel, Wut, Trotz, Enttäuschung, Trauer. Ja, all sie durfte ich in den letzten 10 Tagen des Jahres 2020 noch einmal durchleben.

Sie alle wurden in mir durch eine Reihe von äußeren Begebenheiten hervorgerufen, die ich versuchte zu kontrollieren – und die jedoch nicht kontrollierbar waren: Corona und all die körperlichen Folgen, die ich spüren durfte, lösten jede Menge Trotz, Hilflosigkeit und Wut in mir aus. Ich „wollte“ etwas schreiben, „konnte es aber nicht“, da meine Konzentration nicht mitmachte. Ich „wollte“ meinen Körper bewegen, „konnte es aber nicht“, da ich seltsame Rückenschmerzen hatte. Ich „wollte“ rausgehen, „durfte“ aber nicht…

Dieses „Etwas im Geiste Wollen“ aber körperlich „es nicht umsetzen können“ ist wohl eines meiner größten Trigger gewesen (und wahrscheinlich der von vielen), da mich diese „Spaltung“ von Körper und Geist, die durch das Virus in mir verursacht wurde, aus meinem inneren Einklang brachte, den ich ja sonst so gern anstrebe.

Ach ja – und dann war dann auch noch die Quarantäne und das immer wieder auftretende Gefühl von Fremdbestimmung (obwohl mein Verstand eigentlich wusste, dass die Quarantäne ein Akt der Liebe und Rücksicht für meine Nächsten ist) – und dennoch war da dieses Gefühl von Freiheitsentzug durch andere. Als ob mir meine Selbstbestimmung genommen wäre – die ich ja auch so sehr liebe und mir all die Jahre „erkämpft“ hatte.

…um Dir nur einige der vielen Ursachen und inneren Vorgänge zu beschreiben, die in mir durch den äußeren Faktor „Corona“ ausgelöst wurden und die all diese Fragen wieder in mir zum Aufkochen brachten…

Was in mir (und vielleicht auch Dir?) transformiert werden durfte

All der alte Rest-Schmerz von damals, der oft und größtenteils mein ganzes Leben bestimmte – und den ich eigentlich schon im Jahr 2018 sehr gut reflektieren und für mich mit der Unterstützung einer Mentorin sowie einer Therapeutin verarbeiten konnte, kam auf einen Schlag wieder hoch und nahm mich wie ein Tornado mit. Hauptsächlich ging es bei mir um einen sehr alten Schmerz, der auf meine Angst-Liebe zur Freiheit zurückzuführen war/ist, derer ich mir bereits als Kind so bewusst wie über die Existenz meiner Selbst war.

Warum ich hier von „Angst-Liebe“ spreche? Naja, das ist dieses Phänomen, wenn uns etwas so wichtig ist, dass wir Angst haben es zu verlieren und es um jeden Preis beschützen wollen. Diese Angst-Liebe kennen wohl die meisten von uns, wenn von geliebten Menschen oder Tieren die Rede ist. Ich empfinde sie besonders stark, wenn von meiner Freiheit die Rede ist. Schon als Kind lief ich oft aus dem Kindergarten davon, weil ich mich von anderen Menschen eingeschränkt in meinem Sein fühlte.

Wenn ich etwas nicht abhaben konnte, dann, wenn jemand mit einer Selbstverständlichkeit über mich entschied, als wenn ich keine eigene Persönlichkeit hätte, die fühlt, denkt, Sehnsüchte und Bedürfnisse hat und ihre Welt individuell wahrnimmt. Daher rührt heute übrigens wohl auch meine Vision, meine Botschaft „Lebe Dich selbst„, die sich durch meine ganze Arbeit voninnenheraus zieht. Daher rührt mein Appell an die Einzigartigkeit des Menschen, da ich diesen Schmerz, nicht als einzigartig wahrgenommen zu werden, sehr gut kenne.

Freiheit – und damit auch Autonomie, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung – ist heute eines meiner wichtigsten Werte. Denn dieser Wert erlaubt mir einzigartig zu sein und meine Einzigartigkeit zu leben. Wie sollte ich da auch nicht getriggert worden sein, wenn ich mich doch plötzlich in einer Wolke von äußeren Umständen befand, die in jeder sichtbaren Hinsicht gegen meinen wichtigsten Wert sprachen. Ich spürte wieder diesen alten Schmerz, nicht wahrgenommen zu werden als ein individuelles Wesen mit individuellen Bedürfnissen und Ansichten.

Und genau das ist, was meiner Meinung nach mit vielen von uns passiert ist in Zeiten von Corona. Bereits zu Beginn von Corona habe ich darüber geschrieben, wie mich Corona dazu aufgerufen hat, meine innere Wahrheit mehr zu leben. Und ich glaube, dass dies ein Aufruf für uns alle war und ist. Wir alle dürfen uns in Zeiten, in denen wir uns in unserer Freiheit und Selbstbestimmung bedroht fühlen, wieder an unsere eigene Einzigartigkeit und Individualität erinnern. (Ich sage nicht, dass ich all die Maßnahmen nicht ungerechtfertigt finde – es waren und sind notwendige Maßnahmen, völlig klar – irgendwie muss es ja vorangehen) und dennoch machen diese Maßnahmen etwas mit uns, ob wir sie mit unserer Logik in die Schublade „Nächstenliebe und Rücksicht für andere“ schieben – oder nicht.

Ich (wir alle) durfte lernen, dass Freiheit in mir ist.

Und wie konnte ich besser erfahren, ob ich meine innere Freiheit auch wirklich erkannt habe als durch äußere Umstände, die mich unfrei machten? Ich darf nun lernen, meine Angst-Liebe in echte Liebe zu transformieren – die keine Angst hat zu verlieren, was sowieso nicht zu ihr gehört. Mir kann nichts weg-genommen werden, das ich BIN – und ich kann nichts verlieren, dass niemals mir gehörte.

Ich bin jederzeit frei, die höchstmögliche Perspektive über mich selbst und über die Welt zu wählen. Meine Perspektive über mich selbst und über die Welt entscheidet, wie ich auf gegebene Umstände und Menschen reagieren werde. Ob ich mit Angst oder mit Liebe reagiere. Und letztendlich, ob ich glücklich bin.

  • Denke ich, dass es „die Anderen“ sind, die mir etwas antun? Oder denke ich, dass es das Beste ist, was mir passieren konnte, da mir das Universum Menschen und Umstände geschickt hat, die mir helfen, meinen Schmerz zu erkennen und zu transformieren?
  • Denke ich, dass Corona etwas Schlimmes mit meinem Körper tut und ich nun hilflos ausgeliefert bin? Oder glaube ich daran, dass sich meine Seele die Erfahrungen hier auf der Erde ausgesucht hat und vertraue darauf, dass mein Körper ein Wunder der Natur ist, der von der grenzenlosen Intelligenz erschaffen und angetrieben wird – und der schon weiß, wie er mit der Natur (in dem Fall einem Virus) fertig wird?
  • Denke ich, dass mich das Leben bestrafen will und das Universum mich nicht lieb hat, weil ich nun in Quarantäne sitze während meine Familie in Kroatien von einem Erdbeben heimgesucht wird? Oder glaube ich daran, dass Alles zu unserem höchsten Wohl geschieht, da alles eine tiefere Erkenntnis in sich birgt, die wir für unsere Bewusstseinsentwicklung brauchen; und auch, wenn es zwar für den Einzelnen schmerzhaft sein kann, das Kollektiv auf eine höhere Bewusstseinsstufe bringen wird? (So wie es alle Kriege und Weltkrisen in der Menschheitsgeschichte bisher getan haben.)

Ich entscheide mich nun für Letzteres. Und ganz nebenbei fühle ich mich dadurch wieder ermächtigt und frei. Denn nichts anderes bin ich und sind wir alle immer gewesen: freie und ermächtigte Wesen – ausgestattet mit dem wohl machtvollsten Tool im Universum: dem Gedanken, der uns einsperren oder frei machen kann. 

Wofür entscheidest Du Dich?

Alles Liebe von innen heraus,

Marta

 

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