Ich fühle mich momentan, als würde ich durch eine Häutungsphase gehen. Das mag sich etwas spooky anhören, aber ich finde, dass das mein derzeitiges Gefühl am besten beschreibt: Eine subtile innere Unruhe und eine leise Angst, die aus der Ungewissheit heraus stammen, nicht zu wissen wie es weitergeht, überkommen mich zurzeit immer häufiger…Wobei mich diese Gefühle schon ein Leben lang auf einer unterschwelligen Ebene begleitet haben. Nur dieses Mal scheinen sie wirklich „ernst“ für mich zu sein. Ich gehe nun einmal auch auf meinen 30-sten zu. (Ich glaube, das habe ich schon einmal in einem anderen Artikel gesagt) Und diese Tatsache zwang mich in letzter Zeit immer wieder dazu, mich zu fragen, ob das, was ich tue, auch WIRKLICH meinen Werten entspricht und dem, was ich aus meiner tiefsten Seele heraus möchte.

Es ist, als würde ich mich gerade neu erschaffen und durch eine tiefere Transformation gehen.

Alte Glaubenssätze und Sichtweisen über die Welt scheinen sich in mir aufzulösen – und in eine neue, leichtere, mit der materiellen Welt mehr im Einklang schwingende Perspektive umwandeln zu wollen. Hin und wieder versuche ich noch krampfhaft, an den alten verkrusteten Strukturen und Glaubenssätzen in mir festzuhalten – und an der inneren Einstellung, aus der heraus ich im November 2019 Voninnenheraus erschaffen habe. Doch ich merke: Es funktioniert nicht mehr.

Ich muss das Alte loslassen, mich für eine Weile gedulden und vor allem möchte ich meiner Arbeit mehr Zeit schenken. Mir selbst mehr Zeit schenken. Es ist nie gut, wenn wir die Früchte unserer Arbeit frühzeitig ernten. Denn was passiert dann? Sie sind hart und schmecken sauer. Das habe ich jetzt auch im übertragenen Sinne für mich erkannt. Wenn wir uns auf den Weg machen, unserem Seelenruf zu folgen – und daraus eventuell auch ein Business entwickeln wollen – dann brauchen wir vor allem Geduld und Vertrauen. Schon komisch, dass ich – obwohl ich 2019 noch keinen Plan hatte, wie mein Jahr 2020 aussehen sollte – intuitiv wusste, dass Geduld 2020 mein Kraftquell sein würde. (Was unsere Intuition nicht alles weiß;-))

Wenn wir die Früchte unserer Arbeit zu früh ernten

Mein Business war noch nicht reif genug, um Soultalks erfolgreich anzubieten. Auf der anderen Seite hatte ich auch nicht den Willen, es wirklich erfolgreich zu machen – denn immer wieder habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt: dass Soultalks noch nicht das Produkt ist, das ich eigentlich anbieten möchte. Aus Demut vor den persönlichen Herausforderungen und den Tiefen anderer Menschen hatte ich mir nicht zugetraut, Soultalks persönlich und auf einer wahrhaft seelischen Ebene zu gestalten – so, wie es meine ursprüngliche Intention war.

Stattdessen wurde daraus etwas anderes: Ich bot meine Dienste auf einer „Business-Ebene“ für Selbstständige und für Menschen an, die mit ihrem Herzensprojekt durchstarten wollen. Nicht, dass ich das nicht gut könnte – doch in der Tiefe meiner Seele wusste ich, dass Soultalks eigentlich etwas anderes sein sollte. Und dass ich ursprünglich einen ganz anderen Mehrwert für meine zukünftigen Klient*innen hier auf Voninnenheraus schaffen wollte. Einen Mehrwert, der in die Seele geht. 

Aber ich war noch nicht soweit. Und solange ich nicht soweit bin und ich noch durch meine Neuerfindungsphase gehe, habe ich mich dazu entschieden, Soultalks vorerst komplett aus dem Angebot herauszunehmen. Denn ich möchte nichts anbieten, wohinter ich nicht mehr zu 100% stehe und bei dem ich nicht voll mit meinem Herzen dabei bin.

Ich war früher immer ein ungeduldiger Mensch, der mit seinen „Widder-Hörnern“ am liebsten alle Wände durchschlagen wollte. Doch die ersten 10 Monate meiner Selbstständigkeit haben mich gelehrt, dass es so nicht läuft und dass gewisse Dinge einfach ihre Zeit brauchen. Selbst eine Geburt hat ihre Zeit. Und auch ein kräftiger Baum braucht Jahrzehnte, um tiefe Wurzeln zu schlagen und hoch in die Höhe zu wachsen. Ich bin dankbar dafür, dass ich durch Soultalks zu dieser tief verinnerlichten Erkenntnis kommen konnte und (hoffentlich^^) nun mit einem neuen „Sinn für Geduld“ aus dieser ganzen Sache heraustrete.

Denn ich möchte Voninnenheraus nun anders angehen. Gelassener, unbeschwerter und offener für das, was die Zukunft bringt. Denn genau das soll Voninnenheraus unter anderem auch transportieren. Ich möchte den Stöpsel herausnehmen und Voninnenheraus von meinem eigens auferlegten Druck befreien, schneller wachsen zu müssen und Früchte zu bringen. Ich muss mich nicht mehr beeilen und auch nicht mehr fliehen. Ich weiß, ich bin richtig, genau dort, wo ich bin. Wir alle. Auch darüber habe ich übrigens neulich einen neuen Blogartikel geschrieben: Warum wir dem Prozess vertrauen dürfen.

 

Über meinen Weg ins Soulbusiness

 

Eine neue Perspektive auf den Erfolg

Ich habe diesen Schritt zunächst als eine Niederlage gesehen. Ich bangte lange Zeit mit dem Gedanken, ob ich Soultalks wirklich nicht mehr anbieten sollte. Denn schließlich war dies das „erste Produkt“ auf Voninnenheraus. Es bedeutete für mich in erster Linie „einen Rückschritt“ zu machen. Aber das ist Unsinn. Wir können immer nur wachsen und Fortschritte machen. Was nach außen hin wie ein Rückschritt aussieht, ist im Inneren meist ein großer Fortschritt – denn wir haben gelernt, wie etwas nicht funktioniert und sind wieder ein Stück erkenntnisreicher geworden.

Wenn wir uns mit unserem Herzensthema (und auch generell) selbstständig machen wollen, müssen wir auch mit „Niederlagen“ rechnen. Wir dürfen diese nicht als persönliches Scheitern ansehen. Sondern als eine gewinnbringende Erkenntnis, die uns bereichert auf unserem Weg und noch ein Stück besser für diesen vorbereitet. Niederlagen gehören eben zum Erfolg dazu. Und letztendlich können wir niemals scheitern, solange wir auch nicht aufgeben. Darum sind wir erfolgreich, in jedem Moment, in dem wir uns entscheiden, mit unseren Träumen weiterzumachen und an uns selbst zu glauben.

Ein Seelenbusiness funktioniert nicht wie ein „normales Business“

Noch ein kleiner Denkanstoß zum Schluss. Auch habe ich für mich erkannt – indem ich mich immer mehr meinem natürlichen Tempo hingegeben habe – dass mein Seelenbusiness nicht so funktionieren kann wie ein „normales Business“. Wenn wir aus unserem Herzen heraus schöpfen wollen und einen Mehrwert für Menschen schaffen wollen, der ins Herz geht und berührt, dann können wir dies meiner Meinung nach nicht von Anfang an durchorganisieren, uns an Zahlen orientieren und alles zeitgenau durchplanen.

Dieses Modell ist auf ein Seelen-/ oder Künstlerbusiness meiner meiner Meinung nach einfach nicht übertragbar. Denn unsere Kreativität und Inspiration drohen schnell zu ersticken sobald sie Zwängen und Erwartungen unterliegen. (Ich kann dies nur aus meiner Erfahrung sagen – und das muss nicht auch für Dich gelten. Aber Du kannst ja mal in Dich hineinfühlen, ob da auch bei Dir etwas dran ist) Natürlich muss wie bei jedem Business ein gewisser Plan und die Gewinnorientierung vorhanden sein. Aber mal Hand aufs Herz: Deshalb folgen wir doch nicht den Visionen, denen wir folgen.

Wir tun es, weil wir am liebsten jeden Augenblick unseres Lebens unserer Inspiration folgen und mit dem Feuer und der Leidenschaft verbringen wollen, die uns unsere Kreativität gibt. Wir tun es, weil es uns mit einer tiefen Freude erfüllt, unsere Individualität zu leben und den Tiefen unseres Herzens Ausdruck zu verleihen. Und wir tun es, weil wir tief im Inneren wissen, dass wir dadurch auch andere inspirieren und ermutigen können, es uns gleichzutun – die vielen Wunder dieses Lebens zu sehen und das Wunder, das man selbst ist, zu erkennen und aus vollem Herzen heraus zu leben.

Wenn wir mit unserem Seelenbusiness beginnen wollen, brauchen wir deshalb besonders viel Geduld, Hingabe an den eigenen Rhythmus und Vertrauen in unsere eigene innere Führung. Vor allem aber dürfen wir viel darüber reflektieren, wie wir unser Herzensprojekt angehen (wollen). Denn so wie wir etwas geben und wie wir in etwas hineininvestieren, kommt es auch zu uns zurück.

Deshalb habe ich mich nun dazu entschieden, meiner Leidenschaft – Voninnenheraus – mehr Leichtigkeit zu schenken, indem ich sie von meinen Erwartungen an ihre Früchte befreie – im Vertrauen darauf, dass jede Saat, die wir liebevoll und in Geduld säen, auch eine natürliche Ernte haben wird.

Mögen Dir die Beiträge, die ich hier schreibe, zutiefst dienlich sein. Allein das ist schon ein großer Erfolg. Auch, wenn ich ihn wohl nicht immer oder kaum mitbekommen werde. So liegt das auch daran, dass er nicht mir zuzuschreiben ist – sondern dem, was uns alle miteinander verbindet…

 

Alles Liebe,

Marta

 

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