Journaling
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Wie Journaling mein Leben verändert hat und warum du damit anfangen solltest

In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie Schreiben, insbesondere Journaling, mein Leben verändert hat und warum das einer der besten Methoden ist, um mehr Glück und Ausgeglichenheit in deinem Alltag zu integrieren.

Für was eignet sich Journaling?

Anders als beim Tagebuch schreiben, eignet sich das Journaling besonders gut, um Gefühle und Gedanken zu reflektieren, die uns im Moment beschäftigen. Ich finde, dass das eine sehr hilfreiche Methode ist, um einen klaren Kopf und Abstand zu seinen Emotionen zu gewinnen.

Damit meine ich natürlich nicht, dass man sich von seinen Gefühlen entfernen sollte, ganz im Gegenteil. Indem wir aber unsere Gefühle aufschreiben, kommen wir aus der Identifikation mit ihnen heraus, wodurch wir sie besser erkennen und letztendlich auch annehmen können. Das ist wie wenn wir zu nah vor einem großen Gebäude stehen: wir erkennen so lediglich ein Stück von einer Wand. Gehen wir jedoch einige Schritte zurück, so können wir auch erkennen, welche Art Gebäude es ist, wie groß es ist, wie viele Fenster es hat, usw. Dasselbe passiert, wenn wir unsere Gefühle aus einer Distanz betrachten. Und diese Distanz entsteht, wenn wir sie zum Beispiel zu Papier bringen.

Journaling hilft dir also dabei,

  • einen klaren Kopf zu kriegen
  • deine Gedanken zu strukturieren
  • deine Gefühle besser wahrzunehmen
  • deine Selbstwahrnehmung – oder auch – dein Selbstbewusstsein zu stärken

Wie Journaling mein Leben verändert hat

Als ich zum ersten Mal mit dem Journaling begann, kämpfte ich mit Selbstzweifeln, war kurz davor, mein Studium abzubrechen, hatte einen Job, der mich verdammt unglücklich machte, mein Hund war ständig krank und ich war andauernd pleite. Hinzu kam, dass ich mich von meinem Freund trennte und zu meiner Mutter und ihrem Exmann zurückziehen musste. Ich sah ständig alles schwarz und rechnete andauernd mit dem Schlimmsten, um keine weiteren Enttäuschungen mehr zu erfahren. Ich wurde in dieser Zeit depressiv und traf mich deshalb kaum noch mit Freunden, da ich mich von ihnen sowieso unverstanden fühlte und eigentlich auch mich selbst nicht verstand.

Eines Tages traf ich eine Bekannte von meiner Mutter, der ich meinen Gefühlschaos anvertrauen konnte. Sie war wie eine Mentorin für mich und zeigte mir eine Methode, die nachhaltig mein Leben veränderte: das Journaling. Endlich hatte ich ein Ventil für meine Gefühle gefunden. Und es war noch viel mehr als das: Mein Journal war der Spiegel meines Inneren geworden, durch das ich es klarer erkennen und somit auch verändern konnte.

So kannst du auch anfangen

Auf der ersten Seite deines neuen Journals empfehle ich dir, diese zwei Fragen zu beantworten: Was ist meine die Motivation, dieses Journal zu führen?, Was möchte ich durch das Journaling erreichen? Indem du deine Motivation kennst, stellst du einerseits den roten Faden her. Andererseits vermittelst damit deinem Unterbewusstsein die Botschaft, dass eine „Umprogrammierung“ bevorsteht, was bereits erste Veränderungsprozesse im Unterbewusstsein auslösen kann. Beantworte dir außerdem diese zwei Fragen am besten in einem Fließtext. Dies hat den Vorteil, dich besser in das, was du schreibst, einzufühlen und dir so besser über deine Ziele klar zu werden.

Achte bei der Beantwortung der zweiten Frage darauf, dich auf deine Gefühlslage und nicht auf materielle bzw. äußere Dinge zu beziehen, denn unsere innere Einstellung ist die Ausgangslage von allem, was wir erreichen wollen. Ein glückliches Ereignis kann nicht mit einer negativen inneren Einstellung angezogen werden. Genauso auch umgekehrt. Deshalb erscheint mir das Sein als Vorstufe des Habens. „Ich möchte meine Ängste überwinden“; „Ich möchte meiner Wahrheit näher kommen“; „Ich möchte lernen, meinen Gefühlen zu vertrauen“. So könnten einige innere Ziele lauten.

Sobald du dir selbst deine inneren Ziele klar gemacht und diese in deinem Journal niedergeschrieben hast, kannst du damit beginnen, drei bis sechs Hauptsäulen einzutragen, die deinen momentanen Lebensabschnitt ausmachen.

Das kann so aussehen:

  1. Studium
  2. Job
  3. Beziehungen

Die Definition dieser Lebensgrundsäulen unterstützt dich dabei, deine Gedanken kategorisch aufzuteilen, was ein Gefühl von innerer Struktur verleihen kann – gerade dann, wenn man Unklarheit verspürt.

Sind diese Säulen einmal definiert, kannst du das Journal fortführen, indem du immer unter der jeweiligen Kategorienummer deine Ziele, Ideen, neuen Erkenntnisse, Wünsche, Sehnsüchte und Träume – aber auch Sorgen und Ängste aufschreibst.

Ich habe das ein Jahr lang täglich zu beliebigen Uhrzeiten durchgeführt. Du kannst es auch beliebig oder zu festen Uhrzeiten durchführen. Bei mir hätten die festen Uhrzeiten nur innere Zwänge ausgelöst, weshalb ich mich hier ganz nach meinem Gefühl orientierte.  Es war wie ein innerer Reinigungsprozess. Manchmal fühlen wir uns traurig oder „haben“ Gefühle, von denen wir nicht wissen woher sie kommen. Diese Übung kann dir auch dabei helfen, hier mehr Klarheit zu gewinnen.

Die oben beschriebene Art des Journalings ist wie ein „von-oben-nach-unten-Betrachten“. Wir gehen vom großen Ganzen hinein in die Details. Eine andere Art des Journalings verläuft anders herum: sie beginnt beim Detail und führt durch bestimmte Fragen vom Detail weg ins große Ganze, was wiederum dabei hilft, einen gesunden Abstand zu beengenden Gefühlen und Gedanken zu gewinnen.

Stelle dir vor du sitzt in einem Auto und bist mit einer Sorge beschäftigt. Nun stelle dir aber vor, du stehst auf einem Berggipfel und siehst dich selbst von da oben in diesem Auto sitzen. Du wirst nicht viel erkennen, da das Auto von da oben wie eine winzige Ameise aussehen wird. Und wenn dein Auto schon von da oben so klein ist – wie klein muss dann erst der Gedanke sein, den du in dem Augenblick im Auto hattest? Diese Vorstellung hat mir oft dabei geholfen, aus der Identifikation mit gewissen Gefühlen herauszutreten. Einen ähnlichen Effekt hat eben folgende Journaling-Methode, bei der es stets diese drei Fragen zu beantworten gilt:

  1. Worüber mache ich mir gerade Sorgen?
  2. Kann ich etwas dagegen tun? Wenn ja – was? Lasse dir hier, wenn möglich, drei alternative Lösungswege einfallen. Und denke daran: Nichts tun ist auch eine Entscheidung.
  3. Wofür entscheide ich mich?

Manchmal steigern wir uns in eine lästige Sorge hinein oder in einen Vorfall, der uns gerade widerfahren ist, und lassen diese Bilder immer und immer wieder vor dem geistigen Auge abspielen. Diese Methode hilft dir dabei, diesen Gedankenkreislauf ein für alle Mal zu beenden und dich wieder deinem inneren Frieden zu widmen.

Außerdem kann dir die Beantwortung dieser drei Fragen dabei helfen, deine Wertschätzung gegenüber dir selbst zu stärken. Dich nämlich selbst innerlich zu fragen, worüber du dir Sorgen machst und dir selbst Lösungen anzubieten, ist ein Akt der Selbstfürsorge. Je öfter du das machst, desto stärker wird dein Fürsorgebewusstsein dir selbst gegenüber, was eine der Grundlagen der Selbstliebe und für ein glückliches Leben ist.

Ich journale heute immer noch – zwar nicht regelmäßig und manchmal können auch Tage dazwischen vergehen – aber ich versuche so oft es geht, meinem Inneren auf diese Weise Ausdruck zu verleihen und so manch nervenden Gedanken ein Ventil zu geben. Inzwischen führe ich zwei Journals:

Das sind meine Journaling Arten

Allgemeines Journal

In dieses Journal schreibe ich meine Gedanken und Gefühle auf. Also alles, was mich frustriert, besorgt, ängstigt – aber auch fasziniert, inspiriert und wofür ich dankbar bin. Das verschafft mir einen klaren Kopf und erweckt in mir wieder einen positiven Gefühlsfluss, wenn dieser von blockierenden Gedanken unterbrochen worden ist. Eben diese blockierenden Gedanken gilt es zu erkennen, sie aufzuschreiben und loszulassen, um wieder in einen positiven Fluss zu kommen.

Erfolgsjournal

Mit diesem Journal habe ich vor kurzem erst begonnen nachdem ich auf Verena Birkenbihl gestoßen bin. Dieses hilft dir dabei, dein Erfolgsbewusstsein zu stärken und mehr Dankbarkeit in deinem Alltag zu integrieren. Dazu beantwortest du dir täglich – am besten Abends – immer nur folgende zwei Fragen:

  1. Was waren die 5 positiven Dinge heute, die mir widerfahren sind?
  2. Was habe ich heute gelernt?

Wir lernen jeden Tag etwas Neues – auch wenn uns dies nicht immer bewusst ist. Und jedes Erlebnis birgt auch Positives – auch wenn wir es manchmal gänzlich negativ erleben. Diese Art des Journalings bietet eine einfache und zügige Methode, um sich dieser Gegebenheiten bewusst zu werden. Mehr braucht es hier nicht. Es ist ganz einfach.

Wem ich Journaling empfehle?

ABSOLUT JEDEM. Dazu muss man kein Schriftsteller oder Texter sein. Fange einfach an – schreib irgendetwas – Hauptsache die Gedanken sind raus. Ganz wichtig: Bewerte nicht, was du da schreibst, sondern hau einfach drauf los. Lass alles raus. Und nach einer Weile findest du deine ganz persönliche Methode zu reflektieren und zu schreiben. Wenn du übrigens auch mit dem Bloggen anfangen willst, habe ich hier „5  Dinge, die ich von meinem ersten Blog gelernt habe“ aufgeschrieben, die ich dir auch gern ans Herz legen möchte.

Noch ein Tipp zum Schluss: Finde ein Journal, das dir gefällt und das du gerne bei dir trägst. Du kannst deinem Ziel oder deiner Wunsch-Vision, der du durch das Journaling näherkommen möchtest, auch symbolisch eine Journal-Farbe zuordnen. Mein letztes Journal war zum Beispiel gelb, was für Kraft und Freude steht:-).

 

Ich hoffe, dass ich dir damit einige Impulse geben konnte und wünsche dir viel Spaß beim Journaling! Jetzt bin ich aber gespannt, was DEINE Journalingmethoden sind:-)! Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Marta

 

Bild von Melk Hagelslag auf Pixabay

 

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