Wie wir uns vom Wunsch nach Anerkennung befreien

Hajajaj…wieder mal ist die Zeit seit meinem letzten Blogbeitrag raaaasend schnell vergangen. Und wieder muss ich sagen, dass ich durch einen leicht holprigen inneren Prozess gegangen bin. Denn wieder sind alle möglichen Stimmen in mir hochgekommen: „Du musst regelmäßig etwas posten, wenn du erfolgreich sein willst“; „Du musst diese Sache disziplinierter durchziehen“; „Du verlierst deine Leser, wenn du keinen neuen Beitrag postest“ … und manchmal sagte die Stimme auch: „Irgendwie scheinen alle Anderen interessantere Beiträge als du zu schreiben“; „die Leute interessieren sich nicht für das, was du schreibst“; „letztendlich wissen sie das alles ja auch selbst“; „es gibt so viele andere, die das gleiche machen – wer braucht schon eine*n mehr“. Ich weiß also sehr gut, wie es ist, wenn man an sich selbst zweifelt, sich mit anderen vergleicht und sich dadurch selbst abwertet; sich selbst sabotiert und sich am liebsten selbst in die Tonne schmeißen würde, weil man einfach nicht zu den schnellen Ergebnissen kommt, die man gerne erreichen würde.

 

Ich weiß, das ist jetzt ganz schön unliebevoll dem Selbst gegenüber gewesen. Aber indem wir die Dinge anschauen, sie ganz nüchtern betrachten und über sie wie über einen Film sprechen, können wir auch über sie hinauswachsen. Mit anderen Worten: Wir müssen die Dinge erst erkennen, bevor sie verschwinden können. Und damit komme ich zum Thema des heutigen Beitrags: dem Wunsch nach Anerkennung – und warum wir diesen in Selbst-Erkennung umwandeln müssen, um uns von ihm lösen.

 

Noch eine Anmerkung vorab: In diesem Beitrag spreche ich über die Art „Wunsch nach Anerkennung“, die in uns Leiden in Form von Mangel Gefühlen und niederen Selbstwert verursacht. Es gibt durchaus noch eine andere Form von „Anerkennung haben wollen“, die aber nicht aus einem Zustand des inneren Mangels ersehnt, sondern vielmehr aus einer positiven Haltung heraus erwartet wird. In diesem Fall sind wir uns unserer „anerkennenswerten“ Arbeit bereits bewusst – und freuen uns auch über jede weitere Anerkennung, die von außen kommt. Wie wir unseren Wunsch nach Anerkennung empfinden, hat in meinen Augen deshalb sehr viel mit dem eigenen Selbstwert-Empfinden zu tun.

 

Was der Wunsch nach Anerkennung mit uns macht

 

Ich weiß, wie es ist, wenn man nach Anerkennung strebt. Man wünscht sich, in der Arbeit gelobt zu werden oder Dank zu erhalten; man wünscht sich, von anderen gesehen und respektiert zu werden für das, was man macht und „wie viel“ man doch erreicht hat. Man wünscht sich sowas wie „Hey, wow, echt bewundernswert, was du machst – wie hast du das nur geschafft?!“ zu hören. Und solange man diese Worte von keinem zu hören bekommt und auch nichts dergleichen zu erleben bekommt, fühlt man sich nicht vollwertig; nicht gesehen; nicht respektiert; nicht in seiner wahren Größe anerkannt. Man wünscht sich, wie jemand behandelt zu werden, der oder die „es geschafft“ hat – statt „schon wieder“ kritisiert zu werden oder beratschlagt, weil man es ja selbst einfach nicht gebacken bekommt.

 

Was ist dieser Wunsch nach Anerkennung nur für ein seltsames Phänomen. Ich denke, er kommt vermehrt bei Menschen vor, die größere Geschwister haben. Denn sie wurden von ihren Eltern immer wieder kritisch hintergefragt, warum sie das nicht auch so hinbekommen wie ihre großen Geschwister. Und ich glaube, dieses eine Beispiel genügt an dieser Stelle auch, da wir (wenn wir größere Geschwister haben) alle solch ähnliche Fälle in unserer Kindheit erlebt haben. Inklusive mir: Mein Bruder ist fünf Jahre älter als ich. Er ist der „Verstandesmensch“ in unserer Familie, der die Dinge immer rational bewertet und vernünftig lösen kann. Ich wiederum hänge emotional an Situationen und Erlebnissen und bewerte die Dinge auch recht emotional.

 

Mir ist die Sinnhaftigkeit meiner Taten immer wichtig gewesen (auch heute noch) – dadurch betrachtete ich Geld als etwas Schmutziges. Deshalb besaß ich es auch immer nur gerade in dem Maße, um zu überleben^^. Mein Bruder wiederum war derjenige, der beruflich viel erreicht hat. Ich brauchte die ständige Innenkehr und viel Ruhe, um neue Handlungsinspirationen zu schöpfen. Ich brauchte es, in mein Herz schauen zu können, wann immer mir danach ist. Sonst fühlte ich mich schnell meines Atems beraubt. Wenn ich 8 Stunden vor einem Rechner sitzen musste, um Aufgaben zu erledigen, die nicht aus meiner eigenen Inspiration stammten, hatte ich schnell den Wunsch, aus diesem Zustand auszubrechen.

 

Nun ja – dies war jedenfalls der Grund, weshalb ich wohl die etwas „problematischere“ in der Familie gewesen war, die „einfach nichts so hinbekam wie die anderen“. Ich war immer „zu sensibel“, „wenig belastbar“, „verträumt“ und „nicht anpassungsfähig“. Dies war der Grund, weshalb ich mich danach sehnte, von Menschen anerkannt zu werden. Doch offensichtlich gebührte die Anerkennung, die ich mir wünschte, nur den Menschen, die ein teures Auto fuhren, hart arbeiteten, viel verdienten und stark wirtschaftlich orientiert waren. Wie sollte ich es also jemals schaffen, diese Anerkennung zu bekommen, wenn „viel Geld“  und ein „teures Auto“ doch nicht einmal meine aufrichtigen Ambitionen waren? Ich musste also einen Weg finden, mich von diesem Wunsch nach Anerkennung zu befreien – sonst hätte mich dieser wohl ein Leben lang zu Entscheidungen geführt, die gegen mein eigenes Herz sprachen.

 

Genau das macht nämlich mit uns der Wunsch nach Anerkennung: er pflanzt uns Gedanken in den Kopf, die uns dazu verleiten, gegen unsere eigenen Wünsche zu handeln. Warum? Weil wir versuchen, anderen zu gefallen und damit Dinge tun, die anderen gefallen könnten. Uns selbst stellen wir dabei an zweite Stelle (wenn nicht sogar an zehnte^^). Das Problem beim Wunsch nach Anerkennung ist – er ist nicht auf uns selbst gerichtet, sondern auf die anderen. Er setzt voraus, andere manipulieren oder kontrollieren zu können nach dem Motto: Wenn ich dies oder jenes erreiche, dann werden andere mich vielleicht mögen. Eine fatale innere Überzeugung, die sich ungefähr so anfühlt, als würden wir ein Haus auf Sand bauen. Es wird immer und immer wieder in sich zusammenbrechen. Es wird nie in Erfüllung gehen. Denn solange wir uns danach sehnen, von anderen anerkannt zu werden, senden wir Mangel-Gefühle aus, die es uns schlicht unmöglich machen, eine andere Erfahrung als den Mangel selbst zu erleben.

 

Deshalb müssen wir erst in ein Gefühl der Anerkennung kommen, um auch für die Anerkennung von außen empfänglich zu sein. Dies hat absolut nichts mit Esoterik oder Hokuspokus zu tun – sondern mit einem ganz natürlichen, universalen Gesetz. Ich glaube, uns allen ist bekannt, dass wir mit einer positiven inneren Einstellung auch positive Ereignisse in unser Leben ziehen und genauso auch umgekehrt. Und nicht anders ist es mit dem Wunsch nach Anerkennung. Die Frage lautet also nicht: „Wie schaffe ich es, mehr Anerkennung zu bekommen?“, sondern: „Wie schaffe ich es, in ein Gefühl der Anerkennung zu kommen – um diese letztendlich auch im Außen zu erfahren?“ Wahrscheinlich hast du dir diese Frage soeben selbst beantwortet. Ja, genau: durch Selbst-Anerkennung!

 

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Wie wir uns vom Wunsch nach Anerkennung befreien

Ist es nicht eine wunderbar befreiende Erkenntnis, dass dein Wert absolut gar nichts mit den anderen zu tun hat, sondern nur mit deinen eigenen Überzeugungen über die Anderen im Bezug auf dich selbst? Ist es nicht wunderbar befreiend zu wissen, dass wir nicht erst unser ganzes Leben hart arbeiten und Dinge erwirtschaften müssen, um Anerkennung zu bekommen, sondern zu dieser viel leichter gelangen, indem wir sie uns selbst geben? Ist es nicht toll zu wissen, dass wir oft für die Erfüllung unserer Wünsche gar nicht nach außen, sondern einfach nach innen gehen brauchen, da die meisten Mangel Gefühle, die wir empfinden, nur etwas mit unseren inneren Überzeugungen zu tun haben? Ist es nicht wunderbar zu wissen, dass unser Inneres – all unsere Wünsche und Erwartungen, die uns Schmerz verursachen – auf unserer Seite ist, da Es uns darauf hinweist, wo wir uns selbst noch nicht genügend Liebe in Form von Anerkennung oder Selbst-Annahme schenken?

 

In welchen Bereichen Deines Lebens wünschst du dir mehr Anerkennung? Für welche Aspekte deines Seins wünschst du dir mehr Anerkennung? Ist es  deine liebevolle und feinfühlige Art, die nach Anerkennung schreit – statt nach ständiger Verurteilung? Oder ist es vielleicht dein Können, das sich in deinen Taten ausdrückt – aber die scheinbar niemand als etwas Besonderes an-erkennt? Oder ist es vielleicht deine eigene Weltanschauung, die du doch selbst als zutiefst rein empfindest und nicht verstehst, weshalb sie von anderen nicht verstanden wird? Oder ist es vielleicht dein Aussehen, für das du keine Anerkennung erhälst – egal wie oft du es veränderst, zum Frisör gehst und es verbesserst?

 

Schaue in dich.

 

Und du wirst mit viel Ehrlichkeit dir selbst gegenüber feststellen, dass dies auch die Bereiche sind, die du selbst noch nicht angenommen hast. Denn jemand, der sich in seinem vollen Sein akzeptiert und lieben gelernt hat, hat kein Bedürfnis danach, von anderen in seiner Liebenswürdigkeit bestätigt zu werden. Der Wunsch nach Anerkennung entsteht nur dort, wo wir uns selbst noch nicht ganz unserer „Anerkennungswürdigkeit“ sicher sind. Dann brauchen wir erst die Bestätigung von anderen, um sicher sein zu können, dass wir es wert sind; dass wir liebenswürdig sind. Doch merken wir dabei schlimmstenfalls nicht, dass wir in einer Illusion leben – da wir die Bestätigung im Außen noch so viel bekommen können und sie aber nicht sehen werden, solange wir uns selbst die Bestätigung nicht gegeben haben.

 

Wie lösen wir uns also von diesem schmerzhaften Wunsch nach Anerkennung? Indem wir uns selbst anerkennen. Und auch, wenn es anfangs schwierig sein wird – denn Selbstliebe kann keine leichte Aufgabe sein – ist es der einzige Weg, der unseren Wunsch nach Anerkennung ein für alle mal befriedigen wird.

 

Fazit

 

  • Mache dir klar, dass dein Wert, deine Authentizität und deine Liebenswürdigkeit nicht von äußerer Bestätigung abhängen, sondern dies unsere BEDINGUNGSLOSEN / GRENZENLOSEN Geburtsrechte sind.
  • Finde heraus, wo bzw. welche Aspekte deines Seins sich nach Anerkennung sehnen – und dann suche sie nicht im Außen, sondern gebe sie dir selbst. Z.B. indem du in dein Herz hineinhörst, was es gerne möchte und du dir mind. einmal am Tag einen Herzenswunsch erfüllst. Sei es auch nur ein Bad oder ein Buch zu lesen oder spazieren zu gehen.
  • Mache dir klar, dass die, von denen wir uns Anerkennung wünschen, vielleicht selbst damit beschäftigt sind, nach Anerkennung zu streben – und sie uns deshalb nicht geben können oder wollen.
  • Werde dir bewusst, dass jede*r seine/ihre eigene innere Wahrheit hat und jemand, der sich selbst nicht Anerkennung gibt, auch uns keine Anerkennung geben kann. (Wie können wir von jemandem erwarten, uns zu lieben, wenn er oder sie sich doch selbst nicht zu lieben gelernt hat? – Ist das nicht ein bisschen zu viel erwartet:-)?)

 

Punkt Nr. 5 – Ich wiederhole es gerne noch einmal: Gebe dir selbst, was du von anderen erwartest. Denn nur so befreien wir uns von unseren eigenen Erwartungen und auch den der anderen – und rücken somit unserer inneren Freiheit und unserem inneren Frieden ein ganz großes Stück näher.

 

Ich wünsche dir nicht nur den standardmäßig wunderbaren Tag;) – sondern ein befreiendes Gefühl in diesem Augenblick – und dass dich dieses Gefühl den ganzen Tag lang begleitet, unabhängig davon, wen du triffst und welche Umstände dir begegnen. Denn nichts anderes bedeutet es für mich, von innen heraus zu leben.

 

In Liebe,

Marta

 

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